Schuleingangsuntersuchungen sollen bis Ferienende abgeschlossen sein

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Das Gesundheitsamt hinkt mit den Schuleingangsuntersuchungen hinterher. In Lünen sind 160 Kinder noch nicht untersucht. Das soll bis zum Ende der Sommerferien nachgeholt werden.

Lünen

, 12.07.2020, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in die Schule kommt, muss sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen, so ist seit Jahrzehnten die Vorgabe des Kreisgesundheitsamtes. Wiegen, Sehen, Hören, Messen, sprachliche Fähigkeiten und Koordination werden bei den Kleinen geprüft, um ihnen dann die Schulreife zu bescheinigen.

In diesem Jahr hinkt das jedoch um mehrere Wochen hinterher. Die Ärzte wurden in der Corona-Krise anderweitig gebraucht und Untersuchungen waren wegen des Lockdowns ohnehin nicht möglich. In Lünen sind bereits 750 der neuen I-Dötzchen untersucht, 160 fehlen noch.

„Die Untersuchungen finden seit Anfang Juni statt und werden zum Großteil zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein“, sagt Constanze Rauert, Kreis-Pressesprecherin. Wir gehen davon aus, dass alle Kinder aus dem entsprechenden Jahrgang in die Schule kommen.“

Ziel ist es Förderbedarf zu erkennen

Dabei diene die Schuleingangsuntersuchung weniger dazu, tatsächlich festzustellen, ob die Kinder reif für die Schule sind, sondern es gehe eher um eine Bestandsaufnahme, wie es um die Kindergesundheit bestellt ist, so Rauert.

„Ziel der Schuleingangsuntersuchung ist es die Kinder zu fördern und sie in die Schule zu bringen“, sagt Rauert. „Wir wollen sehen, was getan werden muss, damit das Kind weiterhin gut behütet bleibt.“ Das sei dann auch direkt zum neuen Schuljahr oder sogar nach dessen Beginn nicht zu spät. Und wenn ein Kind tatsächlich noch nicht „schulreif“ sei und ein Jahr länger im Kindergarten bleiben solle oder erhöhten Förderbedarf habe, dann zeige sich das nicht erst mit der Schuleingangsuntersuchung. Dann sei der Kindergartenplatz ohnehin schon weiter vergeben.

Rückstellungen sind längst abgeschlossen

Das bestätigt auch Christine Merten, Leiterin des Kinderhaus Lünen. „Wenn wir der Meinung sind, ein Kind sollte noch länger bei uns bleiben, dann steht das schon zum Beginn des letzten Kita-Jahres fest“, sagt sie. „Bei uns gab es in diesem Jahr vier Rückstellungen. Die waren aber alle schon im Januar durch.“ In Absprache mit den Eltern habe der Kindergarten das Gesundheitsamt informiert, das wiederum Rücksprache mit dem Kindergarten gehalten hat. „Da geht es auch nicht nur um gesundheitliche Dinge, sondern auch um das Emotionale“, sagt Merten. „Darum, ob ein Kind schon genug Selbstbewusstsein hat, sich in der Schule zu behaupten.

„Den Vorschulkindern sind eine ganze Menge Sachen, wie die Jugendherbergsfahrt oder die Abschiedsfeier mit den Eltern entfallen“, berichtet Eva Wilhelms, Erzieherin im Ev. Kindergarten Johannes. „Das ist schade, aber dass die Kinder deswegen jetzt nicht schulreif sind, das glaube ich nicht.“

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