Schulen in Lünen rechnen mit Problemen, sobald jüngere Schüler kommen

Corona-Krise

Abklatschen und Umarmungen zur Begrüßung, das Zusammenstecken der Köpfe: All das ist für Schüler im Moment tabu. Die Älteren akzeptieren die Corona-Auflagen, doch Jüngere wären problematisch.

Lünen

, 28.04.2020, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nette Erinnerungen sollen Schüler wie hier am Freiherr-Vom-Stein-Gymnasium wieder auf Abstand bringen. Die Schulen rechnen allerdings mit Problemen, wenn die jüngeren Kinder zurückkehren.

Nette Erinnerungen sollen Schüler wie hier am Freiherr-Vom-Stein-Gymnasium wieder auf Abstand bringen. Die Schulen rechnen allerdings mit Problemen, wenn die jüngeren Kinder zurückkehren. © Claeßen

Seit Ende der vergangenen Woche sind die Schüler der Abschlussklassen wieder in den weiterführenden Schulen anzutreffen. Die Schulen haben sich unterschiedlichste Konzepte überlegt, wie die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sind. Von Einbahnstraßensystemen auf den Fluren über eigene Treppenhäuser für jede Klasse und die Aufspaltung der Leistungs- und Grundkurse in kleinere Lerngruppen bis hin zur Öffnung aller Pausenhöfe für die Oberstufenschüler und Zehntklässler reichen die Maßnahmen, die an Lünen weiterführenden Schulen gelten.

Das funktioniert sehr gut. Die Schüler gehen sehr diszipliniert mit den neuen Regeln um“, sagen Schulleiter und auch Schulsekretärinnen übereinstimmend bei einer Umfrage unserer Redaktion. Größere Probleme gibt es nicht - auch wenn vor allem außerhalb des Unterrichts das eine oder andere Mal noch an die Einhaltung der Abstandsregeln erinnert werden muss. Denn ein Rückfall in alte Verhaltensmuster geht oft schneller, als man meint.

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Wege außerhalb des Schulgeländes sind noch ein Problem

„Vor allem auf dem Schulweg“, erklärt Heinrich Kröger, Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. „Es ist nicht flächendeckend, aber man sieht schon, dass da der eine oder andere die Abstände nicht einhält.“ Böswillig sei das keinesfalls, eher unüberlegt. „Wir wollen daher die Zugangsbereiche zur Schule stärker in den Blick nehmen und auch dort die Aufsichten ausweiten“, sagt Kröger. „Leute, 1,50 Meter bitte“, soll es dann bei Verstößen als nette Erinnerung heißen.

Doch es sind auch die kleinen Dinge, für die die Schulleiter ihre Schützlinge, aber auch die Lehrkräfte, sensibilisieren. „Der Austausch von Kugelschreibern, beispielsweise“, erklärt Kröger, dass auch er selbst nur noch den eigenen Füller nutzt, „und auch beim Rauchen gibt schnell mal der eine dem anderen Feuer. Das ist eine große Umgewöhnung, auch da den Abstand zu halten.“

Die älteren Schüler, mit denen derzeit in den Schulen gearbeitet wird, bringen aber auch zum Großteil das nötige Verantwortungsbewusstsein mit, um sich an die Regeln zu halten. „Die wissen, dass wir das nicht tun, um sie zu ärgern, sondern um sie selbst, die Lehrer und auch die Familien dahinter vor Ansteckung zu schützen“, unterstreicht Benjamin Müller, Leiter der Ludwig-Uhland-Realschule. Viele typische Reflexe wie das Abklatschen habe es am Anfang zwar noch gegeben, „aber das hat sich nach den wenigen Tagen stark verbessert.“

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Größere Schülerschaft bringt Probleme mit sich

Mit eher gemischten Gefühlen blicken viele Lüner Schulleiter in diesen Tagen eher auf die Überlegung, die Schulen nach und nach weiter zu öffnen und auch die jüngeren wieder in der Schule zu unterrichten. „Wir haben im Moment ziemlich viel Platz und wenig Engpässe, aber wir werden nachjustieren müssen, wenn mehr Schüler kommen. Da werden wir die Einbahnstraßenregeln deutlich ausweiten und Eingang und Ausgang trennen müssen“, sagt Reiner Hohl, Schulleiter des Gymnasiums Lünen-Altlünen. Und deutlich ausgeweitet werden müsste dann auch die Pausenaufsicht. „Es gibt immer Schüler, die die Vorgaben nicht so eng sehen, aber das sind grad junge Erwachsene. Wie das bei den jüngeren, den Pubertierenden wird, das weiß ich nicht“, sagt Hohl.

Mit der jetzigen Anzahl an Schülern fungiere das Regelwerk sehr gut, sagt auch Claudia Fellowes, Leitern der Realschule Lünen-Altlünen. „Aber mit mehr Schülern wird das echt schwer. Dann können wir nicht mehr pro Klasse ein eigenes Treppenhaus anbieten.“ Und auch der Unterricht wird schwierig, denn für die Kleingruppen werden mehr Lehrer benötigt. „Das wird mit zwei Jahrgangsstufen schon schwierig, dann müsste man zeitversetzt arbeiten.“

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