Schulöffnung ohne Plan: Lünens Bürgermeister kritisiert Landesregierung

Schulen in Lünen

Seit Donnerstag (23.4.) geht ein Teil der Schüler in NRW wieder zur Schule. Der Start in Lünen verlief reibungslos, war aber von Nebengeräuschen begleitet. Jetzt gibt es eine Reaktion.

Lünen

, 30.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Schulstart in Lünen ist gelungen - doch es gibt Kritik am Management der Landesregierung.

Der Schulstart in Lünen ist gelungen - doch es gibt Kritik am Management der Landesregierung. © dpa (A)

Abiturienten und Zehntklässler haben wieder Unterricht - wenn auch unter verschärften Bedingungen. Zum Schulstart gab es in Lünen offenbar nicht genug Seifenspender, während in anderen Kommunen zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Trennwände fehlten.

Allen Schulen war eines gemein: Die Unsicherheit, wie man in dieser schwierigen Situation richtig reagiert. Das Problem dabei: Den Kommunen als Schulträger ging es nicht anders. Entsprechend verblüfft reagierte man auf Kritik der Landesregierung, dass weder Kommunen noch Schulen adäquat auf den Schulstart vorbereitet gewesen seien - obwohl man doch genug Zeit gehabt hätte.

„Land muss rechtzeitig Bescheid sagen“

Die kommunalen Spitzenverbände haben nun in einer Stellungnahme die Kritik des Landes zurückgewiesen und stattdessen NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in die Pflicht genommen: „Das Land muss den Trägern und den Schulen rechtzeitig sagen, worauf sie sich im Einzelnen vorbereiten müssen. Den Schulbetrieb unter völlig neuen Voraussetzungen zu organisieren, braucht genügend Vorlaufzeit“, heißt es in dem Schreiben. „Wegen der neuen Abstandsregeln passt in die Räume nur noch ein Bruchteil der Kinder. Bis heute wissen wir nicht, wie eine zeitliche Staffelung des Unterrichts aussehen soll.“

Die allermeisten Schulen hätten „dank des großen Engagements in den Schulen und Kommunen“ einen problemlosen Schulstart hingelegt, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Bedauerlicherweise sind bis heute immer noch viele Dinge im Unklaren.“

So sieht es auch Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL). „Niemand (auch nicht die Landesregierung) wusste bis zum 14. April, wer wann wieder in welche Schule darf“, schreibt das Stadtoberhaupt in einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk Facebook. „Folglich konnte auch nicht bekannt sein, welches Material von den Schulträgern für daraus abzuleitende Verhaltensregeln bereit gestellt werden musste.“

Hygiene-Plan stammt aus 2015

Wie berichtet hatte es seitens der Schulleitungen vereinzelt Kritik gegeben, dass es seitens des Schulträgers zu wenig materielle Unterstützung gegeben habe. Laut Kleine-Frauns hätte die Öffnung der Schulen von den Städten jedoch aufgrund der unklaren Lage „nicht über das standardisierte Maß hinaus“ vorbereitet werden können. „An der vom Robert-Koch-Institut zur Handhygiene empfohlenen Seife für einen Bruchteil der sonst unterrichteten Schüler hat es nirgendwo gemangelt“, stellt der Bürgermeister klar.

Trotz der völlig neuen Situation arbeite man im Übrigen immer noch mit alten Werten: „Den Muster-Hygieneplan des Landes von 2015 hat das Schulministerium NRW in den letzten Wochen übrigens nicht angepasst oder überarbeitet.“

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