Schutzmasken für Hospiz in Lünen: Viele Spender nach Hilferuf in Corona-Krise

Solidarität

Viele positive Reaktionen gab es auf einen Hilferuf aus dem Lüner Hospiz. In der Corona-Krise drohten die Schutzmasken auszugehen. Daraufhin stand das Telefon nicht mehr still.

Lünen

, 26.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Eingangsbereich des Hospiz liegen Schutzmasken und Hagienehinweise für Besucher aus. Sie sollen ihre Anghörigen auch in der Corona-Krise besuchen können. Dafür braucht das Hospiz viele Schutzmasken.

Im Eingangsbereich des Hospiz liegen Schutzmasken und Hygienehinweise für Besucher aus. Sie sollen ihre Anghörigen auch in der Corona-Krise besuchen können. Dafür braucht das Hospiz viele Schutzmasken. © Privat

Nicht nur solidarische Aktionen gibt es in diesen Tagen viele. Auch Hilferufe. So suchte das Hospiz in Lünen am Dienstag (24.3.) in einer Lüner Facebook-Gruppe nach Unterstützung.

Weil auch während der Corona-Krise Angehörige ihre schwer kranken Verwandten besuchen können sollen, geht es ohne Schutzmasken zur Zeit nicht.

Ein Blick ins Lager des Hospizes ergab: Bald sind alle vorrätigen Masken im Hospiz aufgebraucht. Und in der aktuellen Corona-Krise ist Nachschub – gelinde ausgedrückt – Mangelware.

Also suchte Sandra Thomas vom Lüner Hospiz nach Hilfe, bat auf Facebook um Unterstützung bei dem drohenden Problem. Mit riesigem Erfolg. Rund 100 Kommentare (Stand Dienstag), viele davon mit Hilfsangeboten, sammelte der Beitrag innerhalb weniger Stunden.

Viele Schutzmasken gegen Corona gespendet

„Seitdem steht unser Telefon nicht mehr still,“ sagt Thomas im Gespräch mit der Redaktion. 50 selbst genähte Masken werden private Spender aus Selm dem Hospiz zur Verfügung stellen. Etwa die gleiche Menge will eine ehrenamtliche Helferin des Hospizes selbst beisteuern.

Die Masken können dann im Hospiz an Besucher, Patienten und Mitarbeiter ausgegeben und nach Benutzung gewaschen werden. Auch wenn die Masken nur bedingt Schutz vor dem Coronavirus bieten, werden sie dennoch gerne genommen. Sie sind besser als nichts zu haben.

Ein Trend, nicht nur in ganz Nordrhein-Westfalen. In Lünen hat Sylvana Martens-Hohendorf eine eigene Aktion zum Nähen der Masken gestartet. Anleitungen und Diskussionen sind derzeit sehr beliebt in den Sozialen Netzwerken.

Damit aber noch nicht genug. Auch ein Unternehmer, der anonym bleiben will, hat sich beim Hospiz gemeldet. Er habe noch überzählige echte Schutzmasken, die er dem Hospiz spendet. Auch ein privater Spender machte dem Hospiz ein ähnliches Angebot.

Lebensmittel für Obdachlose gesammelt

Vor einigen Tagen hatte Sandra Thomas mit einem Aufruf zu Lebensmittelspenden für Obdachlose selbst Hilfe in Krisenzeiten organisiert. Wer ohnehin im Supermarkt sei, möge zusätzlich Spenden für Obdachlose einkaufen. Auch Kopfkissen, Decken und Besteck wurden gern genommen.

Viele Lüner sind auch dem Spendenaufruf von Sandra Thomas für Obdachlose gefolgt. Die gesammelten Lebensmittel und Hilfsgüter wurden dem Verein Dach über dem Kopf am Dienstag (24.3.) übergeben.

Viele Lüner sind auch dem Spendenaufruf von Sandra Thomas für Obdachlose gefolgt. Die gesammelten Lebensmittel und Hilfsgüter wurden dem Verein Dach über dem Kopf am Dienstag (24.3.) übergeben. © privat

Viele Essensausgaben und Tafeln kämpfen zur Zeit damit, den Betrieb aufrecht zu erhalten oder sind geschlossen. Selbst das Betteln auf der Straße ist zur Zeit aufgrund der vielen Beschränkungen um das Coronavirus einzudämmen – wenn man hier noch von einer Steigerung sprechen kann – noch härter als sonst.

Auch diese Aktion lief sehr erfolgreich, wie die Lünerin sagt. Zur kontaktfreien Übergabe konnten die Spenden vor dem Hospiz abgestellt werden. Am Dienstagabend sollten sie den Obdachlosen übergeben werden.

Eine neue zeitlich abgestimmte Sammlung soll es geben. Ein neuer Aufruf folgt bald.

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