Schwarzes Schaf aus Lünen hält Dortmund in Atem

Auf Straßen gesichtet

Ein schwarzes Schaf, was vor einiger Zeit auf Lünens Straßen unterwegs war, dort eingefangen wurde und später in Dortmund unterkam, ist wieder alleine unterwegs. Mit einem gekonnten Sprung war es ausgebüxt und sorgt nun in Dortmund für Unruhe. Immer wieder taucht es im Stadtteil Mengede auf. Doch bisher bekommt es niemand zu fassen.

DORTMUND/LÜNEN

, 19.04.2017, 03:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diesen Schnappschuss machte Sarah De Rosa von dem freilaufenden Kamerunschaf an der Emscher in Mengede.

Diesen Schnappschuss machte Sarah De Rosa von dem freilaufenden Kamerunschaf an der Emscher in Mengede.

Spaziergänger meldeten das freilaufende Tier in den vergangenen Wochen mehrfach bei Polizei, Feuerwehr und Arche 90. Versuche, das Schaf einzufangen, blieben bislang erfolglos. In dem sozialen Netzwerk Facebook war das schwarze Schaf am Dienstag Thema. Laut Polizei sei das schwarze Schaf absichtlich an der Emscher ausgesetzt worden, schrieb eine Nutzerin – ausgerechnet von der Tierschutzorganisation Arche 90.

Diese Information bestätigte auch Polizeisprecher Gunnar Wortmann auf Anfrage unserer Redaktion. Doch ein Anruf bei Gabriele Bayer von der Tierschutzorganisation bringt Klarheit: „Das Schaf ist nicht ausgesetzt worden, sondern ausgebüxt!“ Bei dem Tier handele es sich um ein Kamerunschaf, das ein bisschen wie eine kleine Ziege aussieht und vom Wildschaf abstammt.

Fundtier aus Lünen

Als Fundtier war es zur Arche 90 gekommen: In Lünen wollten Polizisten Ende Januar das freilaufende Tier einfangen und baten die Tierschützer um Hilfe. Damals konnten sie das Schaf überwältigen. Weil offenbar niemand das Tier vermisste, wurde es in eine Pflegestelle nach Mengede gebracht. Auf dem Hof an der Ellinghauser Straße fühlte sich der Wiederkäuer wohl - doch dann sollte es zu einem Züchter nach Niedersachsen gebracht werden.

Dort hätte es mit seinen Artgenossen in einer Herde leben können. „Es sollte in den Anhänger gebracht werden“, sagt Gabriele Bayer. „Doch dann ist es einfach über alle drüber gesprungen.“ Das klingt kurios. Aber Kamerunschafe sind bekannt dafür, dass sie eine enorme Sprungkraft haben. „Die gehen locker über einen zwei Meter hohen Zaun.“ Das Tier büxte aus. Und einfangen ließ es sich bislang nicht.

Weiblich, zwei Jahre alt, extrem scheu

Feuerwehr, Polizei, Arche 90 und auch der Stadt-Schäfer Christof May haben es versucht – „der Schäfer war am Ende völlig verzweifelt“, sagt Gabriele Bayer. Das Tier ist extrem scheu, in freier Wildbahn sind die Chancen also gering. Selbst mit anderen Schafen und dem Hund des Schäfers gelang es nicht, das Schaf zu stellen. Einen „Ausbrecherkünstler“ nennt Gabriele Bayer das weibliche Tier. Sie schätzt das Alter auf zwei Jahre.

Ihr Appell: „Die Leute sollen nicht versuchen, das Tier einzufangen – hinterher geht das schief.“ Sie befürchtet, dass das aufgeschreckte Schaf vor ein Auto laufen könnte. Denn Zäune halten ein Kamerunschaf nicht auf. Jetzt hoffen die Tierschützer, dass es der Flüchtigen alleine zu langweilig wird: Schafe sind Herdentiere, und bei seiner Pflegestelle war das Kamerunschaf in die Ponys auf dem Hof vernarrt.

Vielleicht kehrt das schwarze Schaf von Mengede also alleine zurück.

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