Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter aus Lünen steht eine geplante Zeugenvernehmung jetzt doch wieder auf wackeligen Füßen. © Werner von Braunschweig
Gerichtsprozess

Schwarzlohn in Lünen: Platzt die Vernehmung eines Auslandszeugen?

Im Schwarzlohn-Prozess gegen einen Bauarbeiter aus Lünen sollte eigentlich demnächst ein wichtiger Auslandszeuge aussagen. Doch jetzt ist plötzlich der Kontakt abgerissen.

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen steht die geplante Zeugenvernehmung eines Mannes aus Israel jetzt doch wieder auf wackeligen Füßen – doch es gibt bereits einen Plan B.

Die Richter der 6. Wirtschaftsstrafkammer hatten zuletzt bekannt gegeben, dass der Israeli nach Angaben seines Anwalts nun doch bereit sei, eine Flugreise auf sich zu nehmen, um im Prozess als Zeuge zur Verfügung zu stehen. Der Mann gehörte scheinbar zu einer Gruppe um einen Verdächtigen aus dem Rheinland, der mit verkauften Scheinrechnungen ein Schwarzlohn-Modell betrieben haben soll. Das Gericht stufte seine Aussage zuletzt als „wichtig“ ein.

Kontakt überraschend abgebrochen

Am Montag gaben die Richter bekannt, dass aktuell überraschend kein Kontakt mehr zu dem Zeugen besteht. „Der Anwalt meldet sich nicht mehr“, sagte Richter Michael Rehaag.

Man werde nun nichtsdestotrotz eine Ladung zu einem noch festzulegenden Zeugentermin versenden. Sollte dieser Termin von dem Israeli nicht wahrgenommen werden, sprich „die Herbeischaffung des Zeugen nicht gelingen“, dann werde man, so der Vorsitzende Richter, dessen Aussage über zwei Vernehmungsbeamte in den Prozess einführen.

Laut Anklage soll der Bauabeiter aus Lünen mit seinem mitangeklagten Ex-Firmenchef aus Witten ein illegales Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Steuerschaden: 3,1 Millionen Euro.

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