Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Lüner droht einem Zeugen ein eigenes Verfahren wegen Falschaussage. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess gegen Lüner: Zeuge zieht Zorn des Gerichts auf sich

Weil sich im Schwarzlohn-Prozess gegen einen Bauarbeiter aus Lünen immer mehr Zeugen auf Erinnerungslücken berufen, greifen die Richter jetzt durch. Einem Zeugen droht ein eigener Prozess.

Im „Schwarzlohn-Prozess“ um mutmaßlich millionenschwere Betrügereien durch einen Bauarbeiter (50) aus Lünen und einen mitangeklagten Bauunternehmer aus Witten hat sich ein Zeuge am Freitag den Zorn des Gerichts zugezogen. Die Richter der 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht ließen die vermeintliche Ahnungslosigkeit des Mannes (28) wörtlich protokollieren. Die Folge dürfte ein eigenes Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage sein.

Im Kern ging es um die Frage, ob der Zeuge auch schonmal für die Baufirma des Mitangeklagten und hier speziell auf einer Baustelle in Düsseldorf gearbeitet hat. Dort war im Nachhinein massiv „Schwarzarbeit“ aufgeflogen. „Düsseldorf? Nein, in Düsseldorf habe ich noch nie gearbeitet“, beteuerte der Zeuge. Fakt ist: Amtliche Dokumente belegen praktisch sicher das Gegenteil. Auf Kontrollen an den Eingangstoren der Baustelle sind die Identität des Zeugen dokumentiert und überprüft worden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann aus Lünen gemeinsam mit seinem Ex-Firmenchef von 2014 bis 2017 ein Schwarzlohn-System im Unternehmen eingerichtet hat. Laut Anklage soll ein Sozialversicherungs- und Steuerschaden in Höhe von 3,1 Millionen Euro entstanden sein. Das Verfahren gegen die anfangs mitangeklagte Frau des Lüners war zuletzt gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt worden.

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