Der Schwarzlohn-Prozess gegen eine Paar aus Lünen soll am 23. Februar am Bochumer Landgericht neu beginnen. © Jörn Hartwich
Landgericht Bochum

„Schwarzlohn-Prozess“ startet von vorne: Lüner Ehepaar angeklagt

Ein Ehepaar aus Lünen soll in millionenschwere Betrügereien einer Baufirma verstrickt gewesen sein. Am 23. Februar soll der Prozess um Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung neu beginnen.

Neuer Anlauf im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Bauunternehmer: Nachdem das Verfahren um mutmaßlich millionenschwere Steuerbetrügereien im Dezember 2020 am Bochumer Landgericht coronabedingt ausgesetzt worden war, soll nun ab dem 23. Februar noch einmal von vorne verhandelt werden. Das bestätigte ein Gerichtssprecher auf Anfrage.

Das angeklagte Ehepaar aus Lünen soll gemeinsam mit dem Chef einer Wittener Baufirma jahrelang ein illegales Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Die Anklage der Bochumer Staatsanwaltschaft beziffert den Sozialversicherungs- und Steuerschaden auf insgesamt rund 3,1 Millionen Euro.

Scheinrechnungen sollen Barzahlungen verschleiert haben

Die Firma des mitangeklagten Bauunternehmers soll zwischen 2014 und 2017 zahlreiche Mitarbeiter an der Steuer sowie der Sozialversicherung vorbei mit Schwarzgeld bezahlt haben. Der Angeklagte aus Lünen war formell in der Firma des Witteners Arbeitnehmer, „tatsächlich lenkte er jedoch gleichberechtigt mit dem Chef die Geschäfte“, heißt es in der Anklageschrift.

Um die Lohnzahlungen in bar zu verschleiern, sollen von der angeklagten Frau aus Lünen handschriftliche Scheinrechnungsvorlagen erstellt worden sein. In Wirklichkeit soll diesen „Fake-Rechnungen“ aber nie eine Gegenleistung zugrunde gelegen haben.

Für den Prozess sind aktuell Verhandlungstermine bis zum 20. April anberaumt.

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