Im Schwarzlohn-Prozess gegen ein Paar aus Lünen schilderte ein Zeuge den "Trick" mit gekauften Scheinrechnungen. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess: Zeuge spricht über gekaufte Scheinrechnungen

Im Schwarzlohnprozess gegen ein Ehepaar aus Lünen hat ein besonderer Zeuge ausgesagt. Der Unternehmer sah sich zuletzt ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt – und wurde deswegen bereits verurteilt.

Im Prozess um Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und einen Millionenschaden gegen ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Ex-Bauunternehmer aus Witten hat am Dienstag am Bochumer Landgericht ein Firmenchef ausgesagt, der das bereits durchgemacht hat, was den drei Angeklagten womöglich noch bevorsteht: eine Verurteilung wegen eines illegalen Schwarzlohn-Systems durch Scheinrechnungen.

Das Amtsgericht Dortmund hatte gegen den Firmenchef aus Fröndenberg zehn Monate Haft auf Bewährung verhängt. Allerdings ging es dabei wohl um ganz andere Schadenssummen als bei den zwei Lüner Angeklagten und dem Ex-Firmenchef aus Witten.

Angeklagte schweigen

Der Zeuge berichtete, dass er 2014 nach der Übernahme des Familienbetriebs „in die Sache reingerutscht“ sei. Sein Vater habe ihm anvertraut, dass in der Firma Schwarzlöhne gezahlt werden. Verschleiert werde das durch gekaufte Scheinrechnungen einer Erkrather Baufirma. Das auf die Rechnung bezahlte Geld fließe später von der Scheinfirma abzüglich einer Provision in bar als so genannte „Kickbackzahlung“ zurück.

Die beiden Angeklagten aus Lünen sollen gemeinsam mit dem Mitangeklagten von 2014 bis 2017 ein fast deckungsgleiches Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Die angeklagte Lünerin soll laut Anklage sogar handschriftliche Scheinrechnungsvorlagen erstellt haben. Im Prozess schweigen die Angeklagten.

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