Seit 25 Jahren greifen Männer alle 14 Tage zu Schürze und Kochtopf

mlzIm Lüner Johanneshaus

Die Idee hatte Pfarrer i.R. Ulrich Klink - mit motivierten Ruheständlern gründete er vor 25 Jahren einen Männerkochtreff. Die rüstigen Herren brutzeln bis heute vor allem Hausmannskost.

Lünen

, 21.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der hellen Küche des Wethmarer Johanneshauses stehen zur Feier des Tages Sektgläser auf dem Tisch. Im Backofen brutzelt das erste Blech mit dem deftigen Sauerkrautauflauf und Werner Männig rührt eifrig die Quarkspeise für den Nachtisch.

Pfarrer Klink hatte die Idee

Seit 25 Jahren treffen sich alle 14 Tage dienstags Männer zum gemeinsamen Kochen und Klönen. Alles begann mit einer Idee des früheren Pfarrers Ulrich Klink. Als der heute 65-Jährige 1990 nach Wethmar kam, befand sich dort, wo heute die Küche ist, ein Lagerraum und einige Meter weiter eine recht bescheidene kleine Teeküche. „Da stimmen die Relationen nicht“, befand Klink. Sein Wunsch nach einer neuen größeren Küche und einem kleineren Lagerraum wurde dank Kirchenmitteln und Spendenaktion erfüllt. 1993 wurde umgebaut. Klink: „Und als die neue Küche stand, sollte sie natürlich genutzt werden.“

Vier Gründer waren beim Jubiläum dabei

So wurde der Mittagstisch jeden Donnerstag etabliert, den drei Frauenkochgruppen abwechselnd gestalteten. Da Klink selbst gerne kocht, rief er in den Ruhr Nachrichten dazu auf, eine Männer-Kochgruppe zu gründen. Mit sechs Herren fing alles Anfang 1994 an.

Vier Gründer waren auch bei der kleinen Feier zum 25-Jährigen dabei: Willi Beimdiecke, Gerd Tragatschnig und diesmal als Gäste Ulrich Klink und Werner Hanke (85). Drei der Gründer leben nicht mehr, andere Kochbegeisterte sind im Lauf der Jahre dazu gekommen.

Saisonale Hausmannskost

Heute sind die Männer zwischen 75 und Anfang 80 Jahren alt. Beim Jubiläumstreffen fehlte aus Krankheitsgründen Günter Tesmer. Sonst sind es acht Männer, die in der Küche schnippeln, rühren, braten und kochen. „Immer saisonal“, sagt Herbert Bastian, der vor 17 Jahren, „als ich Rentner wurde“ dazu kam. Abwechselnd sucht jeweils einer der Acht das Rezept für Hauptgericht und Dessert aus, kauft die Zutaten und teilt dann die Arbeiten ein. Zum Silberjubiläum war Mitgründer Gerd Tragatschnig an der Reihe. „Heute gibt es Sauerkrautauflauf mit Kartoffelpüree und Pfälzer Leberwurst“, deutet er auf den Auflauf auf dem Backblech, der gleich noch mit Käseraspeln bedeckt und dann im Ofen überbacken wird.

Werner Männig war beim Jubiläumsessen für den Nachtisch, eine Quarkspeise mit Wildpreiselbeeren, zuständig.

Werner Männig war beim Jubiläumsessen für den Nachtisch, eine Quarkspeise mit Wildpreiselbeeren, zuständig. © Beate Rottgardt

Werner Westermann, seit 15 Jahren dabei, kocht „ab und zu auch mal zuhause.“ Erwin Richter ist mit einer Schürze aktiv, die er zum Abschied von einer ehrenamtlichen Tätigkeit bekam. Vor 18 Jahren kamen Johann Knösel und Werner Männig zum Männerkochtreff. „Es ist kein Gourmetkochen, sondern Hausmannskost“, sagen sie. Als er noch berufstätig war, stand Willi Beimdiecke immer sonntags am Herd, um seine Frau zu entlasten, die während der Woche täglich für die Familie kochte.

Vorfreude auf die Spargelsaison

Im Winter gibt es bei den Männern im Johanneshaus Deftiges wie Grünkohl, Kohlrouladen, dicke Bohnen oder Pfefferpotthast. „Jetzt freuen wir uns schon auf die Spargelzeit“, so Herbert Bastian, der daheim ab und zu kocht, auch „wenn ich an die Kochkünste meiner Frau nicht heran komme.“

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