Seniorenheime und Pflegeplätze: Düsseldorfer Unternehmen kauft Mohring-Gruppe

mlzFamilie Mohring

Ein Branchenriese schnappt sich die Lüner Seniorenheim-Betreiber Mohring und Vital Wohnen. Mitarbeiter hätten nichts zu befürchten - ein Lüner Seniorenhaus bleibt zudem im Familienbesitz.

Lünen

, 17.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bisher gehörten zu Alloheim die Residenz Osterfeld, das Seniorenheim Beckinghausen und die Parkresidenz in Horstmar. Nun hat Alloheim die Lüner Mohring-Gruppe und Vital Wohnen übernommen. Die Übernahme bestätigte ein Sprecher von Alloheim auf Anfrage.

Allerdings gehört zu den Häusern, die Alloheim von Mohring übernimmt, nicht das Seniorenhaus Wethmar Mark. „Die Einrichtung wird weiterhin von der Familie Mohring betrieben“, so der Sprecher von Alloheim.

Wethmar Mark gehört Markus Mohring und der hat, so sein Bruder Dierk auf Anfrage, im Sommer entschieden, das Haus auch weiter zu führen: „Er hängt daran.“

Das Seniorenhaus Wethmar Mark bleibt im Besitz der Familie Mohring.

Das Seniorenhaus Wethmar Mark bleibt im Besitz der Familie Mohring. © Beimdiecke

Auch ein Seniorenhaus in Bad Sassendorf bleibt im Familienbesitz. Dierk Mohring: „Wir haben das Haus 2018 erworben. Es ist mit 128 Plätzen relativ groß, und da wir vorhaben, neue Pflegeheime zu eröffnen, soll das die Basis sein.“

Mehrere Gründe für den Verkauf

Dass die Mohring-Gruppe und die Vital Wohnen an den Branchenriesen Alloheim verkauft worden sind, habe mehrere Gründe. Dierk Mohring: „Wir hatten in den vergangenen zwei Jahren eine enorme Expansion.“ Die Seniorchefin Monika Mohring sei mittlerweile 71 Jahre alt. Und bei Vital Wohnen hatte die Familie Mohring Mitgesellschafter, die definitiv die Firma verlassen wollten.

„Nur Vital Wohnen zu kaufen, hätte wohl einem Käufer nicht gereicht, deshalb haben wir uns entschlossen, auch die Mohring-Gruppe zu verkaufen“, erläutert Dierk Mohring.

Die Alloheim Senioren-Residenzen haben mit der in Lünen ansässigen Mohring-Gruppe und der Vital-Wohnen-Gruppe insgesamt 16 stationäre Einrichtungen sowie Angebote in den Bereichen Betreutes Wohnen, ambulante Versorgung und Tagespflege übernommen. Es handelt sich um zehn Einrichtungen im laufenden Betrieb sowie sechs Neubauprojekte, deren Eröffnung 2020/21 geplant sind.

Das Bundeskartellamt hat, so der Sprecher von der in Düsseldorf ansässigen Firma Alloheim, die Freigabe inzwischen erteilt.

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Alle Mitarbeiter werden übernommen

Nach Angaben des Alloheim-Sprechers ergeben sich durch die Übernahme für Bewohner und Mitarbeiter der betroffenen Häuser keine Veränderungen. Das bestätigt so auch Dierk Mohring: „Es werden alle Mitarbeiter übernommen, zumindest zu den gleichen Bedingungen wie bisher, manchmal auch zu besseren Konditionen. Das wurde auch bei einer Mitarbeiterversammlung so erklärt.“

Der Sitz der nun übernommenen Mohring-Gruppe und Vital Wohnen bleibe, so Mohring, vorerst in Lünen. Er selbst werde das Haus in Bad Sassendorf leiten. „Auch bei einer anderen, von Alloheim übernommenen Firma ist der Sitz an dem Ort geblieben, an dem die Firma ansässig war“, so Dierk Mohring.

Die Residenz Osterfeld gehört, wie auch die Parkresidenz in Horstmar und das Seniorenheim Beckinghausen, zur Alloheim-Gruppe.

Die Residenz Osterfeld gehört, wie auch die Parkresidenz in Horstmar und das Seniorenheim Beckinghausen, zur Alloheim-Gruppe. © Böhlke (A)

Nach der Übernahme der Lüner Mohring- und Vital-Leben-Gruppe besitzt Alloheim in NRW 84 stationäre Einrichtungen. Bundesweit sind es derzeit 223. Das sind 24.000 Betten in stationärer Pflege und betreutem Wohnen.

In einer Pressemitteilung von Alloheim heißt es zu der Übernahme: „Von der Mohring-Gruppe übernimmt Alloheim vier stationäre Senioren-Einrichtungen mit 324 Betten und Betreutem Wohnen an zwei Standorten sowie einen ambulanten Pflegedienst und drei Tagespflegen.“

Sechs neue Standorte in Planung

Die Vital-Wohnen-Gruppe ist ein gemeinsam mit einem Immobilienentwickler geführtes Tochterunternehmen der Mohring-Gruppe. Sechs stationäre Pflegeeinrichtungen mit 461 Betten von Vital Wohnen gehen nun an Alloheim über. Der Kauf beinhaltet zudem sechs künftige Standorte mit 391 stationären Pflegeplätzen in NRW, zwei werden noch in diesem Jahr eröffnet, die weiteren vier im kommenden Jahr.

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