So war die Eisrettungs-Übung auf dem Cappenberger See

Feuerwehr-Übung

Durch die frostigen Temperaturen der letzten Tage ist der Cappenberger See zugefroren – eine ideale Gelegenheit für die Lüner Feuerwehr, um Eisrettungen zu üben.

Nordlünen

, 24.01.2019, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei einem Einbruch auf dem Eis kann jede Minute zählen. Deswegen nutzt die Feuerwehr jede Chance, um den Ernstfall zu proben.

Bei einem Einbruch auf dem Eis kann jede Minute zählen. Deswegen nutzt die Feuerwehr jede Chance, um den Ernstfall zu proben. © Kevin Kallenbach

Nach dem Schmuddelwetter in den letzten Wochen, scheint endlich der Winter in Lünen Einzug gehalten zu haben. Bestes Beispiel dafür ist der Cappenberger See: Eine leichte Schneeschicht bedeckt die Umgebung des Sees, und die vereiste Wasseroberfläche verlockt zum Schlittschuh laufen.

Doch gerade davor warnt die Feuerwehr ausdrücklich. Der Cappenberger See sei als Gewässer einfach zu schwer abzuschätzen, um auf ihm sicher eine Runde auf Schlittschuhen zu drehen. Zwar ist er mit bis zu zwei Metern nicht gerade tief, aber schon bei geringer Tiefe könne ein Einbruch ins Eis lebensgefährlich werden.

Dazu kommt, dass der See viel Laub und anderes Bio-Material in sich hätte, was das Wasser an manchen Stellen wärmer machen würde. Folge davon sei eine ungleichmäßig dicke Eisschicht. Aus diesen Gründen gibt die Feuerwehr Lünen den Cappenberger See ausdrücklich nicht zur Begehung frei.

Appell an die Eltern

Die Stadt weist Eltern darauf hin, dass vor allem Kinder nicht unbeaufsichtigt in der Nähe von Gewässern spielen sollten. Auch Hundebesitzer sollten vorsichtig sein, wenn sie ihr Tier frei laufen lassen.

Erst am vergangenen Dienstag (22. Januar) gab es einen Feuerwehreinsatz. Zwei Passanten wollten eine Person, die auf dem Cappenberger See im Eis eingebrochen war, bemerkt haben und alarmierten die Feuerwehr. Die rückte auch sogleich an, stellte aber fest, dass es sich um einen falschen Alarm gehandelt hatte. Es wurde weder eine Person noch ein Einbruchsloch im Eis gefunden.

Die Situation macht jedoch deutlich, dass die Feuerwehr Lünen auf ein derartiges Szenario immer vorbereitet sein muss. Daher wurden die derzeitigen Witterungsverhältnisse ausgenutzt, um am Donnerstag (24. Januar) eine Eisrettungs-Übung zu veranstalten.

Künstliches Loch gehackt

In den Cappenberger See wurde zu diesem Zweck ein künstliches Loch gehackt. Anschließend musste der Berufsfeuerwehrmann Julian Offen sich in das eiskalte Wasser begeben. Er musste an diesem Tag das Unglücksopfer spielen. Natürlich in einem schützenden Neoprenanzug, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden.

Anschließend machte sich Fabian Lindner auf den Weg, um seinen „verunglückten“ Arbeitskollegen aus dem eisigen Nass zu retten – in voller Rettungsmontur, das heißt mit Neoprenanzug und von Kollegen am Ufer gesichert. Langsam tastete sich Lindner mit einer schwimmfähigen Trage zum Loch hervor und zog Offen erfolgreich aus dem Wasser. Beide wurden anschließend von ihren Kollegen an Land gezogen.

Auch mit der Leiter

Nachdem er sein kaltes Bad erfolgreich überstanden hatte, musste Julian Offen jedoch noch einmal ins Eisloch hinein, denn auch mit der Leiter musste noch die Rettung aus dem Eis geübt werden.

Gut gesichert zieht Fabian Lindner seinen „verunglückten“ Kollegen Julian Offen ans Ufer.

Gut gesichert zieht Fabian Lindner seinen „verunglückten“ Kollegen Julian Offen ans Ufer. © Kevin Kallenbach

Was den gelernten Rettungskräften schon extra Übungseinheiten abverlangt, kann für Privatpersonen übrigens schnell zur tödlichen Gefahr werden.

Daher rät die Feuerwehr strikt davon ab, einfach auf das Eis zu rennen, sei die Situation auch noch so dramatisch.

Wer eine eingebrochene Person sieht, sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen, sondern den Notruf 112 wählen. Bei Eintreffen der Feuerwehr sollte man sich bemerkbar machen und die Rettungskräfte einweisen.

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