Sonja Hofmann blickt nach vorne - auf das 31. Kinofest, das erste, bei dem sie die künstlerische Leitung innehat. © Günter Blaszczyk
Neue Kinofest-Leiterin

Sonja Hofmann: Große Leidenschaft für Filme zum Beruf gemacht

Die Vorfreude wächst bei Sonja Hofmann - und die Aufregung. Schließlich ist es für die neue künstlerische Leiterin das erste Kinofest in dieser Rolle. Filme sind schon lange ihre Leidenschaft.

Ihre Liebe zum Kino und zu Filmen sind sofort zu spüren, wenn man sich mit Sonja Hofmann unterhält. Kein Wunder, dass Mike Wiedemann, der das Programm für 15 Lüner Kinofeste gestaltet hat, die gebürtige Hessin aus Lich (bei Gießen) als seine Nachfolgerin vorgeschlagen hat. Jetzt hat die neue künstlerische Leiterin des Festivals das Programm für das 31. und damit ihr erstes Kinofest vorgestellt. Und im Interview einiges über sich verraten.

Wie lange sind Sie schon beim Filmbüro NRW tätig?

Ich arbeite seit zweieinhalb Jahren im Filmbüro. Eigentlich bin ich Diplom-Regionalwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Lateinamerika. Studiert habe ich an der Uni in Köln. Übrigens hat mein Kinofest-Vorgänger Mike Wiedemann auch schon das Filmbüro NRW geleitet.

Freuen sich auf das 31. Kinofest Lünen: (v.l.) Gästebetreuerin Urte von Hundt, Meinold Thies (Veranstalter), Max Biela (operative Leitung), Sonja Hofmann (künstlerische Leitung) und Paula Döring (Pressearbeit).
Freuen sich auf das 31. Kinofest Lünen: (v.l.) Gästebetreuerin Urte von Hundt, Meinold Thies (Veranstalter), Max Biela (operative Leitung), Sonja Hofmann (künstlerische Leitung) und Paula Döring (Pressearbeit). © Günter Blaszczyk © Günter Blaszczyk

Wie kam es dann zu Ihrer Leidenschaft für Filme?

Schon als Schülerin habe ich in einem Programmkino in meiner hessischen Heimat gearbeitet. Das hab ich dann auch während meines Studiums in einem Kölner Kino fortgesetzt. Schnell durfte ich dort eine Reihe mit Filmen aus Lateinamerika konzipieren. Dann kamen Festivals, bei denen ich moderiert habe. Noch im Studium habe ich dann im Festivalbüro der Kunsthochschule für Medien in Köln gearbeitet. Und ich bin zur Berlinale gefahren, um so viele Filme wie möglich zu sehen. Meine Diplomarbeit hatte Filme aus Lateinamerika zum Thema. Und so habe ich meine Leidenschaft fürs Kino zum Hauptberuf gemacht. Beim Filmfestival Cologne und später beim Frauenfilmfestival habe ich Erfahrungen gesammelt. Jetzt darf ich selbst ein Festival leiten und die Programmauswahl treffen. Lünen ist deshalb so toll, weil das Kinofest von der Stadt und ihren Menschen getragen wird.

Sie waren schon mal bei einem Kinofest als Gast dabei. An was erinnern Sie sich?

Das war noch in der Lichtburg, denn ich kann mich gut an die Schwimmstaffel im damaligen Hallenbad erinnern, bei der Schauspieler Peter Lohmeyer vom Startblock ins Wasser gesprungen ist. Als ich die Buchverfilmung „Hannes“ als Eröffnungsfilm ausgesucht hatte, erzählte mit der Produzent Nils Dünker, dass er noch ein Handtuch zuhause hat, das er beim Kinofest bekommen hat. Das gab es damals als Gastgeschenk.

Wie würden Sie das Kinofest in einem Satz beschreiben?

Das Lüner Kinofest feiert den deutschen Film und es passt auch zu Lünen, denn man hat das Gefühl, die Lüner feiern auch das Kino und freuen sich aufs Festival, was man immer an der tollen Stimmung und der Atmosphäre merkt.

Verraten Sie uns Ihren Lieblingsfilm dieses Jahres?

Auf jeden Fall die Kästner-Verfilmung „Fabian“, da habe ich sogar geweint. Der Film von Regisseur Dominik Graf hat mich sehr beeindruckt, er ist so intelligent gemacht und so großartig besetzt. Deshalb hab ich ihn auch als Matinee-Vorstellung am Samstag (26.11.) ausgesucht. Bei den Dokumentarfilmen ist es „Hinter den Schlagzeilen“, den wir auch zeigen. Eigentlich ist aber jeder Film des Kinofestes ein Lieblingsfilm von mir.

Gäbe es eine berufliche Alternative für Sie?

Auf keinen Fall. Ich sichte das ganze Jahr mit Begeisterung Filme. Sogar an meinem Geburtstag bin ich schon mal mit einem meiner besten Freunde ins Kino gegangen. Und bei Festivals wie der Berlinale freue ich mich immer, wenn sich der Vorhang hebt und der Film beginnt. Bei meiner allerersten Berlinale, zu der mich das Kino, in dem ich damals gearbeitet habe, geschickt hat, konnte ich 40 Filme sehen. Das hat danach nie wieder geklappt, weil ich da schon unterschiedliche Aufgaben für Festivals hatte.

Worauf freuen Sie sich beim 31. Lüner Kinofest am meisten?

Ich freue mich sehr auf die Eröffnung am 23.11., wenn es dann endlich losgeht. Und auch auf den Austausch zwischen Gästen und Publikum, denn ich liebe Festivals.

Welche Aufgabe bei der Organisation war die schwierigste?

Irgendwann musste ich mich entscheiden, welche Filme nun ins Programm kommen. Es gibt schließlich nur eine begrenzte Anzahl an Programmplätzen. Da musste ich weg vom Perfektionsanspruch und die Auswahl final treffen.

Welchen Schauspieler würden Sie gerne einmal treffen?

Den amerikanischen Schauspieler Adam Driver (bekannt als Kylo Ren in der Sequel-Trilogie der Star-Wars-Filmreihe, Anm.d.Red.). Beim Filmfestival Cologne hatten wir den großartigen Schauspieler Ulrich Matthes dabei und er hat in einer Masterclass Schauspiel verraten, dass Adam Driver auch einer seiner Lieblingsschauspieler ist, das hat mich gefreut.

Wenn Sie selbst einen Film drehen könnten – für welches Genre würden Sie sich entscheiden?

Es wäre auf jeden Fall ein Spielfilm, in dem man sowohl lachen als auch weinen kann. Und der Film sollten den Zuschauern Zeit lassen, das Gesehene selbst zu reflektieren, nicht alles erklären. Es wäre ein Film, der Zeit lässt, sich Gedanken übers Leben zu machen.

Welchen Film mochten Sie gar nicht?

Keine leichte Frage, denn ich wähle Filme, die ich mir ansehe, schon sorgfältig aus, so passiert es nicht mehr allzu oft, dass ich was Falsches auswähle.

Was wünschen Sie dem Lüner Kinofest zum Neustart nach der Ära Wiedemann und der Corona-Zwangspause?

Vor allem wünsche ich dem Kinofest ganz viel Publikum und dass den Zuschauern meine Auswahl auch gefällt.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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