Sonnenfinsternis: Stadtwerke Lünen sind vorbereitet

Himmelsspektakel am Freitag

Für Astronomen ist die Sonnenfinsternis am 20. März ein seltenes Spektakel, für Stromnetzbetreiber ist sie eine echte Herausforderung. Denn je nach Wetterlage kann das Naturschauspiel zu Auswirkungen im deutschen Stromnetz führen - und damit auch in Lünen. Was ist zu befürchten? Wie bereitet man sich vor? Hier gibt es Antworten.

LÜNEN

, 19.03.2015, 11:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Aufnahme einer partiellen Sonnenfinsternis entstand im Januar 2011 am Himmel von Freiburg.

Diese Aufnahme einer partiellen Sonnenfinsternis entstand im Januar 2011 am Himmel von Freiburg.

Grund für die Auswirkungen im Stromnetz ist der hohe Stromanteil aus Solaranlagen an der Energieversorgung. Mehr als zehn Prozent macht dieser Anteil mittlerweile im bundesweiten Jahresdurchschnitt aus. Weil das so ist, könnte bei sehr sonnigem Wetter am 20. März die Einspeisung von Solarstrom wegen der Sonnenfinsternis in Deutschland innerhalb einer halben Stunde um zwölf Gigawatt sinken. Das wäre so, als würden sämtliche verbliebene Atomkraftwerke hierzulande zur gleichen Zeit vom Netz genommen.

Deshalb bereiten sich die deutschen Hoch- und Höchstspannungs-Netzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW seit Monaten auf den 20. März vor. Damit die Lichter an diesem Tag zwischen 9.30 und 12 Uhr nicht ausgehen, werden Tennet & Co. zur Sicherheit sogenannte Regelenergie bei Betreibern von Gas- und Pumpspeicher-Kraftwerken einkaufen. "Wir sind gut vorbereitet", versichern die Unternehmen.

Stadtwerke Lünen halten Mitarbeiterstab bereit

Gut vorbereitet auf den Tag der Sonnenfinsternis ist nach eigenen Angaben auch die RWE-Tochter Westnetz. Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund ist der Verteilnetz-Betreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands. Westnetz stellt auch den Stadtwerken Lünen seine Netze zur Verfügung. "Unsere Vorbereitungen sind darauf ausgerichtet, dass unsere Kunden, egal was passiert, nichts merken", sagte ein Westnetz-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Zu den Vorbereitungen gehöre auch der Einsatz zusätzlicher Mitarbeiter am Tag des Naturschauspiels. "Die Mitarbeiter sind für verschiedene Szenarien geschult worden."

Mehr Personal kommt am 20. März auch bei den Stadtwerken Lünen zum Einsatz. "Um die Systemstabilität zu gewährleisten und um im Falle schnell reagieren zu können, werden wir einen eigens auf das Thema angesetzten Mitarbeiterstab bereithalten, der bei Bedarf entsprechende Maßnahmen umsetzen wird." Das sagte Martin Richter, Abteilungsleiter Netze bei den Stadtwerken, auf Anfrage unserer Redaktion.

Stadtwerke: "Größere Schwierigkeiten erwarten wir nicht"

Allerdings, so Richter weiter, seien die Handlungsmöglichkeiten der Stadtwerke als "ein Verteilnetzbetreiber" zur Systemstabilität sehr beschränkt: "Größere Schwierigkeiten erwarten wir durch dieses Ereignis aber nicht." Dabei verlassen sich die Stadtwerke nach Angaben einer Sprecherin nicht zuletzt auf den "vorgelagerten Netzbetreiber" Westnetz.

So sieht es bei Trianel aus
Der Lüner Kraftwerks-Betreiber Trianel bereitet sich auch auf besondere Anforderungen am Tag der Sonnenfinsternis vor. "Wir richten uns darauf ein, unser Kraftwerk entweder schnell höher zu fahren oder Leistung herauszunehmen, je nach Wetterbedingungen am Tag der Sonnenfinsternis", so Kraftwerks-Geschäftsführer Stefan Paul. Laut Trianel-Sprecher Elmar Thyen wird für Lünen erwartet, dass die Sonne zu 79 bis 80 Prozent vom Mond bedeckt wird.

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