Spaß mit Theater „Seitensprung“: Wie zwei Brüder eine heruntergekommene Kneipe retten

Heinz-Hilpert-Theater

Wenn ein Kneipenbesitzer Schulden hat und ihm das Finanzamt im Nacken sitzt, gibt es nur zwei Chancen: bezahlen oder resignieren. Die Theatergruppe „Seitensprung“ präsentierte die Lösung.

Lünen

, 10.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spaß mit Theater „Seitensprung“: Wie zwei Brüder eine heruntergekommene Kneipe retten

Zu den umjubelten Höhepunkten der Aufführung Männerwirtschaft zählte eine lustige Striptease-Darbietung der männlichen Akteure, die sich am Ende mit der holden Weiblichkeit trauen ließen. © Foto Beuckelmann

Über 1200 Gäste erlebten bei zwei erfolgreichen Aufführungen „MännerWirtschaft“ der Theatergruppe „Seitensprung“ ein spaßiges Wochenende im Heinz-Hilpert-Theater mit vielen Gags, Irrungen und Wirrungen. Resümee: Die erfolgreiche Wiederbelebung einer Kneipe kann wohl nur im Einklang mit Frauen und Männern gelingen.

Dass die Theatergruppe „Seitensprung“ mit der Komödie frei nach Uschi Schilling eine gute Wahl getroffen hat, zeigte sich bei der Premiere am Samstag (9.11.). In drei Akten amüsierte sich das Publikum prächtig.

Kneipe hatte schon bessere Zeiten erlebt

Bernd und Gabriel Biedermann, gekonnt dargestellt von Dietmar Krumhus und Dirk Quernheim, saßen in ihrer heruntergekommenen altbackenen Kneipe, die unter Besucherschwund litt. Ob eine alte Eber-Trophäe an der Wand oder andere verstaubte Dekorationen – die Gaststätte hatte wohl schon bessere Zeiten erlebt und schien nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Spaß mit Theater „Seitensprung“: Wie zwei Brüder eine heruntergekommene Kneipe retten

Die Theatergruppe „Seitensprung“ präsentierte im Hilpert-Theater ihr neues Stück „MännerWirtschaft“. © Foto Beuckelmann

Um an der Misere etwas zu ändern, benötigten die Betreiber mehr Umsatz und Gäste. Doch die Problemlösung schien nicht leicht. Als einzige Stammgäste wussten Quartalssäufer Arno Spätzlein mit Thomas Köppeler und die männerverzehrende Susie, authentisch verkörpert von Sidney Krumhus, Rat. Ihre Botschaft: „Frauen sind immer die beste Werbung für das Geschäft.“ Denn: Das Auge trinkt mit.

Situationskomik und unvorhergesehene Höhepunkte

Wie das am besten geht, zeigte Susie, die an der Tischkante eine Bierflasche öffnete und sie lasziv abschleckte. Aber: Ihr Verhalten schien zu plump. Daher beschlossen die Kneipen-Brüder von Stammgast Eddy, dargestellt von Dennis Jorißen, eines seiner „leichten Mädels“ zwecks Bedienung zu engagieren. In den rund zwei Stunden jagte ein Gag den anderen mit lustigen Versprechern, Verwechslungen und Missverständnissen unter den acht Akteuren.

Spaß mit Theater „Seitensprung“: Wie zwei Brüder eine heruntergekommene Kneipe retten

Wenn ein Gaststättenbesitzer Schulden bis zum Hals hat und ihm das Finanzamt im Nacken sitzt, gibt es nur zwei Chancen: bezahlen oder resignieren. Die Theatergruppe „Seitensprung“ präsentierte im Hilpert-Theater die Lösung. © Foto Beuckelmann

Amüsant in ihren Rollen wirkten die Kneipiers, ihr familiärer Anhang und die Gäste, allen voran der stets nach Freibier lechzende Arno. Als auch noch die Staubsauger-Vertreterin Rosi Brumms mit Susanne Westrup ins Geschehen trat, schien die Lage mehr als zweideutig und die Situationskomik gipfelte in unvorhersehbaren Höhepunkten.

Diesmal führte das gesamte Seitensprung-Team Regie und begeisterte durch intensive Mimik, Gestik und Aussprache. Zu den umjubelten Höhepunkten zählte eine lustige Striptease-Darbietung der männlichen Akteure, die sich am Ende mit der holden Weiblichkeit trauen ließen.

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