Michael Thews und Partnerin Michaela Engelmeier nach der erfolgreichen Wahl zum SPD-Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl am 25. September: Die Freude über den Sieg war groß. © Stephanie Tatenhorst
Bundestagswahl

SPD in Lünen, Selm, Werne und Hamm will Thews als Bundestagskandidaten

Michael Thews wird der Bundestagskandidat für die SPD im Bezirk Hamm/Unna II. Herausforderer Thilo Scholle gab in seiner letzten Rede vor der Wahl noch einmal alles.

Michael Thews wird am 25. September bei der Bundestagswahl für den Wahlkreis 145 Hamm/Unna II für die SPD ins Rennen gehen – die Delegierten aus den dazugehörigen Städten Lünen, Selm, Werne und Hamm wählten ihn am Donnerstagabend im Kurhaus Hamm erneut zu ihrem Spitzenkandidaten.

Im Jahr 2013 stellte sich der Lüner zum ersten Mal zur Wahl – und gewann seither jedes Mal das Direktmandat für den Bundestag. Auch am Donnerstagabend bei der Bundesdelegiertenkonferenz im Kurhaus Hamm holte der 56-Jährige die meisten Stimmen. 35 zu 25 stand es am Ende. Kein haushoher Sieg für Thews, denn Herausforderer Thilo Scholle (40) hatte bis zum Ende gekämpft und mit einer inhaltlich starken Rede nochmal für Spannung im Wahlkampf gesorgt.

„Ihr habt die Auswahl“, hatte Versammlungsleiter Justus Moor aus Hamm betont, dass die Delegierten die Wahl zwischen zwei starken Kandidaten hätten – und dass es knapp werden könnte, davon zeugten auch die von Beginn an beschwörenden Reden von Hamms Oberbürgermeister Marc Herter, dem Kandidaten des Nachbarwahlkreises Unna I, Oliver Kaczmarek, und auch den beiden Kandidaten selbst: Egal, wie es am Ende ausgehe, hieß es unisono, wenn die Wahl gefallen sei, müssten alle wie ein Mann hinter dem Kandidaten stehen.

Große Freude bei Thews, Enttäuschung bei Scholle

Dass es am Ende Thews wurde, erleichterte den Amtsinhaber sichtlich. Mit Verkündung des Ergebnisses sprang er von seinem Sitz, reckte den Wählern die gestreckten Daumen entgegen und strahlte so sehr, dass es selbst hinter der Maske zu sehen war. Währenddessen erhob sich der Großteil der Delegierten ebenfalls spontan von den Plätzen – und nach und nach folgten alle anderen.

Der enttäuschte Thilo Scholle gratulierte, zog sich dann aber zurück. Dabei hatte er nach seiner Rede an sich noch ein gutes Gefühl haben dürfen. Während Thews ruhig und besonnen auf seine Erfolge und Erfahrungen verwies, trat Scholle mitreißend auf, erklärte, etwas bewegen und auf die Beine stellen zu wollen.

Thilo Scholle bei der Bundestagsdelegiertenkonferenz für den Wahlkreis 145 Hamm/ Unna II im Kurhaus Hamm: Trotz engagierter Rede reichte es für den 40-jährigen Herausforderer nicht zu einem Sieg gegen den amtierenden MdB Michael Thews.
Thilo Scholle bei der Bundestagsdelegiertenkonferenz für den Wahlkreis 145 Hamm/ Unna II im Kurhaus Hamm: Trotz engagierter Rede reichte es für den 40-jährigen Herausforderer nicht zu einem Sieg gegen den amtierenden MdB Michael Thews. © STEPHANIE TATENHORST © STEPHANIE TATENHORST

Doch sein Blick auf die aktuelle Situation, dass die SPD auf der Stelle trete, in der Wählergunst abgeschlagen sei und erreichte Erfolge der Partei nicht wahrgenommen würden und man deshalb tätig werden müsse, stieß nicht bei allen auf Gehör. „Wir haben viel zu bieten, aber wir müssen arbeiten, dass das bekannt wird – und dann hilft das nicht nur unserer Partei, sondern auch der Demokratie insgesamt“, hatte Scholle gefordert.

Kampf für den Sieg und die Demokratie

Auch Thews erklärte, dass er mit der AfD nicht zusammenarbeiten und kontra bieten wolle. „Der Kampf gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und diese Partei muss weitergehen“, sagte er unter dem Applaus der Delegierten.

Michael Thews bei seiner Bewerbungsrede vor den Wahlkreisdelegierten aus Lünen, Selm, Werne und Hamm.
Michael Thews bei seiner Bewerbungsrede vor den Wahlkreisdelegierten aus Lünen, Selm, Werne und Hamm. © STEPHANIE TATENHORST © STEPHANIE TATENHORST

„Arbeitsplätze werden verschwinden“, erklärte Thews mit Blick auf den weiter fortschreitenden Strukturwandel in der Region. Man müsse darum kämpfen, dass dieser sozialverträglich erfolge. Dass die SPD daher zwingend in die Regierung müsse, sei selbstverständlich. „Aber nicht als Juniorpartner, sondern mit Olaf Scholz als Kanzler“, schworen sich die Genossen auf den Wahlkampf ein.

Dass die aktuellen Umfragewerte nicht einschüchtern sollten, betonte Hamms Oberbürgermeister Marc Herter: „Vor ziemlich genau einem Jahr war die Lage nicht anders. Und da trat ich als Kandidat gegen einen scheinbar übermächtigen CDU-Oberbürgermeister an. Dass ich gewann, lag nicht allein meine Person. Das war auch ein Sieg der Sozialdemokratie. Egal, wen wir ins Rennen schicken um den Karren für uns zu ziehen, wie setzen auf Sieg, nicht auf Platz“, schwor Herter seine Genossen ein.

Über die Autorin

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.