SPD in Lünen setzt auf altbekannte Kandidaten für den Kreistag

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Wenn sieben Kandidaten für sechs Plätze zur Verfügung stehen, hat einer das Nachsehen. Bei der Wahl der Lüner SPD-Kreistagskandidaten war dies Ferhat Aydin. Eine Verjüngung bleibt damit aus.

Lünen

, 28.05.2020, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer soll für die Stadt Lünen im nächsten Kreistag sitzen? Die Wahl trifft am 13. September der Wähler bei der Kommunal- und Kreistagswahl. Die Parteien stellen im Vorfeld allerdings die Weichen, indem sie mögliche Kandidaten präsentieren. Der SPD-Stadtverbandsvorstand wählte am Dienstagabend (26. Mai) seine sechs Kandidaten aus den sieben Vorschlägen, die die elf Lüner Ortsverbände erarbeitet hatten. Dabei hatten einige auf eine Verjüngung gehofft.

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Aktuell sitzen für die Lüner SPD sieben Personen im Kreistag, mit Dieter Mendrina scheidet einer jedoch aus. Für ihn hätte der 36-jährige Ferhat Aydin nachrücken können, wenn sich der Kreistag in der kommenden Legislaturperiode nicht verkleinern würde. Statt sieben Sitze wie bisher wird es nur noch sechs geben, und sechs erfahrene Kreistagsmitglieder wollten weitermachen.

„Es ist das erste Mal seit Jahren, dass es zu einer Kampfabstimmung gekommen ist“, freut sich Ferhat Aydin, zumindest eine Diskussion angestoßen zu haben. Denn tatsächlich mussten sich die sieben SPD-Kandidaten - drei Frauen und vier Männer - dem eigenen Stadtverbandsvorstand nochmals vorstellen. Die Zeit war auf fünf Minuten begrenzt und die Reihenfolge ausgelost worden.

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Im ersten Wahlgang, bei dem eine einfache Mehrheit verlangt war, wurde es auch gleich eng: Aydin holte sieben Stimmen, Gerd Oldenburg neun. Die folgende Stichwahl entschied Gerd Oldenburg mit 11 zu 7 Stimmen für sich. „Ich bin nicht traurig oder enttäuscht, dass es nicht geklappt hat“, sagt Ferhat Aydin. „Das gehört zur Demokratie und ich stehe voll und ganz hinter den Kandidaten, die nun gewählt wurden.“

Doch der 36-Jährige habe eine Diskussion um die Verjüngung anstoßen wollen. „Und diese Form der Diskussionskultur hatten wir lange nicht mehr“, freut sich der Mann aus dem Lüner Norden, zumindest einen Teilerfolg erzielt zu haben. Denn dass er sieben Stimmen holte und damit deutlich mehr als von alten Haudegen prophezeit, stimmt ihn zuversichtlich.

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Das Team, mit dem die SPD in den Kreistag ziehen will, setzt sich aus Brigitte Cziehso (66 Jahre), Gerd Oldenburg (66), Jürgen Kerl (59), Simone Symma (52), Jens Hebebrand (52) und Renate Schmeltzer-Urban (54) zusammen. Ein Ergebnis, das Stadtverbandsvorsitzender Norbert Janßen gar nicht kommentieren will. Es sei eine demokratische „Wimpernschlag-Entscheidung“ gewesen, Aydin hätte nur knapp unterlegen. Und das, so glaubt Janßen, hätte nicht an der Person Aydins gelegen, sondern an dem Doppelmandat, das der 36-Jährige angestrebt hatte. Denn Ferhat Aydin will auch in den Stadtrat. Und das wäre, so schätzt Janßen, parallel zum Kreistagsmandat eine (zu) große Doppelbelastung gewesen.

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