Wie hier am Gymnasium Altlünen sind die Schulhöfe in Lünen nach Schulschluss abgesperrt. Das soll nun geändert werden. © Beate Rottgardt (A)
Mehr Spielraum

Spielfläche für Kinder: Lünens Schulhöfe könnten sich öffnen

Lünen bietet zu wenig Platz zum Spielen. Ein Vorschlag aus der Politik könnte nun für Abhilfe sorgen: Schulen sollen ihre Schulhöfe für die Öffentlichkeit wieder nutzbar machen.

Passend zum Sommer zieht es die Menschen wieder vor die Haustür. Auch Kinder und Jugendliche suchen nach Orten zum Spielen und um sich zu treffen. Doch das ist mitunter gar nicht so einfach.

So wurde erst jüngst im Jugendhilfeausschuss über das Problem diskutiert, dass Lünen statistisch gesehen zu wenig Spielfläche hat. Laut dem so genannten „Goldenen Plan“ sollte jede Stadt mindestens 2,25 Quadratmeter pro Einwohner an Spielfläche zur Verfügung stellen, in Lünen liegt der Wert jedoch bei 1,97. Die Verwaltung wurde nach einem Votum der Ausschussmitglieder nun beauftragt, die Spielflächenleitplanung fortzuschreiben.

Etwas kurzfristiger für Abhilfe sorgen könnte aber eine andere Idee: Die Stadt könnte Spielplätze von Schulen für die Öffentlichkeit öffnen. Die SPD hatte einen entsprechenden Prüfantrag im Ausschuss für Bildung und Sport am Donnerstag, 10. Juni, eingebracht. Es solle geschaut werden, unter welchen Bedingungen Lüner Schulhöfe, oder auch Teile davon, nach Schulschluss für die Öffentlichkeit geöffnet werden könnten.

„Es geht nicht darum, übermorgen die Spielplätze zu öffnen, sondern zu schauen, was möglich ist“, erläutert Nina Kotissek von der SPD den Antrag ihrer Partei. Sie wisse natürlich auch um Probleme, die damit einher gingen. Stichwort Vandalismus. Kotissek sagt aber: „Wir wollen es probieren und jungen Leuten einen Raum geben.“ Die Schulleitungen sollen bei dem Thema mit einbezogen, die Anwohner berücksichtigt werden, heißt es in dem Antrag. Die am stärksten unterversorgten Bezirke sind demnach Brambauer, Beckinghausen, Osterfeld, Stadtmitte, Wethmar und Lünen-Nord.

Verwaltung beschäftigt sich bereits mit Thema

Dass Spielplätze von Schulen eingezäunt sind, müsse nicht unbedingt eine Schließung bedeuten, erläutert der zuständige Beigeordnete Horst Müller-Baß. Die Stadt sei in diesem Punkt sogar schon tätig geworden. „Wir haben eine Arbeitsgruppe zu dem Thema gegründet“, erläutert Müller-Baß. „Wir sind bereits dabei, zu überprüfen, was funktionieren könnte.“

Die Stadtverwaltung habe sich bereits im April erstmals im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Spielflächenleitplans mit dem Thema der Öffnung von Schulhöfen auseinandergesetzt, erklärt dazu Stadtsprecher Alexander Dziedeck. „Zunächst sollen nach und nach zehn Schulhöfe geöffnet werden. Dabei kommen vor allem Schulhöfe von Schulen in Frage, die in Stadtteilen liegen, in denen es vergleichsweise wenig öffentliche Spielflächen gibt.“

Der Prüfantrag wurde einstimmig beschlossen. Ergänzt um einen weiteren Punkt, den Benedikt Wüstefeld von den Grünen eingebracht hatte: Es solle auch geschaut werden, ob städtische Außenanlagen ebenfalls geöffnet werden könnten.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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