Spritzen-Angst: So erlebt eine Erstspenderin die Blutspende beim DRK Lünen

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Blutkonserven werden in der Corona-Krise mancherorts knapp, umso wichtiger ist es, Blut zu spenden. Wir haben ausprobiert, wie und ob das Blutspenden in Corona-Zeiten funktioniert.

Lünen

, 16.11.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An immer mehr Kliniken werden die Blutkonserven knapp, zuletzt auch in Dortmund. Sowohl die Möglichkeiten zu spenden als auch die Spendenbereitschaft haben durch Corona abgenommen. Die Menschen fürchten um eine Ansteckung, Schulen und Gemeindehäuser stehen nicht als Spendenorte zur Verfügung. Wir haben getestet, wie es ist, in Corona-Zeiten Blut zu spenden.

Am Morgen des 15. November gibt es sogar eine Schlange vor dem Zentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Lünen. Für mich ist es das erste Mal Blutspenden. Ich bin mit meinem Vater gekommen, der schon seit Jahren regelmäßig Blut spendet. In der Schlange stehen auf weitem Abstand ungefähr 15 Leute. Alle werden von Mitarbeitern des DRK mit Kaffee, Tee oder Kaltgetränken versorgt. Bereits vor der Tür wird zum ersten Mal Fieber gemessen, um auffällige Menschen auszuschließen. Während der gesamten Zeit tragen Mitarbeiter und Spender Masken.

Spenderausweis nach der ersten Spende

Als Erstspender gilt es eine Menge Papiere auszufüllen. Datenschutzerklärung, Angaben zur Person und natürlich einen Zettel über die körperliche Verfassung. Nach dem ersten Spenden bekommt man einen Spenderausweis zugeschickt, der den Papierkram erleichtert. Die Angaben dazu, welche Medikamente eingenommen wurden und dergleichen, müssen natürlich trotzdem jedes Mal ausgefüllt werden. Nachdem jetzt noch der Hämoglobin-Wert getestet und für ausreichend hoch empfunden wurde, geht es zur ärztlichen Untersuchung.

Kritische Angaben zu Medikamenten, Reisen oder Krankheiten werden mit einem Arzt durchgesprochen. Auch wie viel man getrunken hat und ob man wirklich ausreichend gefrühstückt hat, wird jetzt nochmals abgefragt. Weil mein Blutdruck ein bisschen niedrig ist, muss ich ein Glas Cola trinken und darf dann in den Spenderraum gehen.

In der Blutspenden App können Spender sehen, wo und wann sie wieder spenden dürfen und wie oft sie schon Blut gespendet haben. Außerdem gibt es jede Menge Infos zur eigenen Blutgruppe und dem Spenden an sich.

In der Blutspenden App können Spender sehen, wo und wann sie wieder spenden dürfen und wie oft sie schon Blut gespendet haben. Außerdem gibt es jede Menge Infos zur eigenen Blutgruppe und dem Spenden an sich. © Nora Varga

Hier angekommen gibt man seine Daten ab und wird seinem Platz zugewiesen. Jetzt kommt der für mich mit Abstand schlimmste Teil: die Nadel. Als bekennende Spritzenhasserin finde ich den Pieks zwar nicht toll, aber es ist auszuhalten. Vom Spenden selbst bekomme ich nicht wirklich etwas mit. Währenddessen lese ich die Infobroschüre des DRK. Durch eine Blutspende kann laut Broschüre drei Menschen geholfen werden.

Einen halben Liter abgenommenes Blut später zieht mir eine der freundlichen Helferinnen die Nadel aus dem Arm und klebt ein Pflaster drauf. Ich bleibe noch ein paar Minuten liegen und kann mit einer Proviant-Tüte und einem roten Halstuch als Präsent nach Hause gehen. Ein paar Stunden später bleibt nichts mehr als ein kleiner roter Punkt am Arm und das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.

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