Ein Baugerüst hüllt die Türme an der St.-Marien-Kirche in Lünen ein. Die Dächer erhalten eine neue Schieferabdeckung. © Julian Preuß
Sanierung

St.-Marien-Kirche in Lünen: Undichte Türme erhalten neue Dächer

Nach monatelanger Verzögerung startet die Sanierung der maroden Dächer an den sieben Türmen der St.-Marien-Kirche in Lünen. Das Vorhaben wird teurer als geplant.

Seit Ende Mai sind vier der sieben Türme der St.-Marien-Kirche in Baugerüste eingehüllt. Die Arbeiten an den etwa 50 bis 60 Jahre alten Dächern laufen – die Schieferplatten sind marode, die Dachabdeckung entsprechend undicht. „Wir haben zwar kein Sickerwasser in der Kirche, die Regenmengen im April und Mai waren allerdings schon kritisch“, sagt Beate Galler, Verwaltungsreferentin der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Lünen.

In vier bis sechs Wochen soll der zweite Bauabschnitt starten

Daher soll in zwei Bauabschnitten die Bedeckung der Dächer erneuert werden. Der Fokus liege zunächst auf den beiden linken Türmen der Taufkapelle und am Eingang der Sakristei. „Zunächst werden die Dächer bis Turm fünf eingedeckt. Der Rest folgt vier bis sechs Wochen später im zweiten Bauabschnitt“, erklärt Galler.

Die Schieferplatten für die Dächer der Türme liegen schon parat.
Die Schieferplatten für die Dächer der Türme liegen schon parat. © Julian Preuß © Julian Preuß

Die Baugerüste stehen damit zunächst auf dem Gelände der Kirche und nicht im öffentlichen Raum. Schließlich soll der Bürgersteig nicht unnötig blockiert werden. Das Material wurde ebenfalls schon angeliefert. Eine Spezialfirma aus dem Sauerland brachte die Schieferplatten nach Lünen. Dieser ersetzt den alten, maroden und undichten Schiefer auf drei der Turmdächer. „Vier weitere Türme haben außerdem noch eine Asbestabdeckung“, führt Galler aus. Diese Platten aus Fasern des krebserregenden Materials werden von Arbeitern in entsprechender Schutzkleidung abgetragen und fachgerecht entsorgt.

Die Kosten belaufen sich auf 170.000 Euro

Derzeit kostet die Erneuerung der Dächer etwa 170.000 Euro. Das Bistum Münster und die Denkmalbehörde fördern diese Investition. Die Gemeinde trägt den Rest der Kosten. Dieser sei aufgrund verschiedener Faktoren höher als ursprünglich geplant. Unter anderem habe man mehr Schäden entdeckt, als vor der Sanierung angenommen. Weitere Ausbesserungen seien daher nötig. Dafür brauche man Holz, dessen Preis durch Lieferengpässe in die Höhe gestiegen sei.

Die Türme, die an den Bürgersteig grenzen, werden erst in einem zweiten Abschnitt bearbeitet.
Die Türme, die an den Bürgersteig grenzen, werden erst in einem zweiten Abschnitt bearbeitet. © Julian Preuß © Julian Preuß

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich ebenfalls auf den Zeitplan der Sanierung ausgewirkt. „Wir wollten eigentlich schon im letzten Jahr beginnen“, blickt Galler zurück. Sie ergänzt: „Allerdings hatten die Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher, so dass wir warten mussten.“ Aufgrund des Denkmalschutzes hätten sich die Verhandlungen mit dem Land Nordrhein-Westfalen ebenfalls in die Länge gezogen.

Umso erleichterter zeigt sich Galler, dass die Dacherneuerung nun im Gange sei. Denn: „An der Kirche gibt es immer etwas zu tun.“ So werde beispielsweise in fünf bis zehn Jahren das Dach des Hauptschiffes eine Erneuerung brauchen. Es wird dementsprechend nochmal vorkommen, dass die St.-Marien-Kirche in Baugerüste eingehüllt sein wird.

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