Stadt Lünen öffnet Spielplätze und nimmt Eltern in die Pflicht

mlzLockerungsmaßnahmen

Die Stadt Lünen wird die Spielplätze wieder freigeben und folgt damit der Corona-Schutzverodnung des Landes NRW. Allerdings richtet der Bürgermeister mahnende Worte an die Eltern.

Lünen

, 05.05.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die nächste Lockerung der Corona-Maßnahmen dürfte vor allem junge Lünerinnen und Lüner freuen: Wie Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns im Video-Chat mit der Redaktion bestätigte, wird die Stadt am Donnerstag (7.5.) die Spielplätze wieder öffnen. Im Zuge der Kontaktsperre waren die Plätze Ende März gesperrt worden.

Nun haben Kinder und ihre Eltern also wieder die Möglichkeit, auf öffentlich zugänglichen Plätzen zu spielen. „Das ist mir persönlich auch ein wichtiges Anliegen, diese Möglichkeit zu nutzen“, sagte Kleine-Frauns. „Das bedarf allerdings einer gründlichen Vorbereitung.“

„Eltern müssen Verantwortung übernehmen“

Genau daran arbeite die Verwaltung gerade intensiv. Doch damit alleine ist es nicht getan: „Die Eltern müssen Verantwortung übernehmen, denn wir als Stadt werden das Geschehen auf dem Spielplatz nicht kontrollieren können.“

Deshalb müsse die Verwaltung genau überlegen, welche Orientierung man den Begleitpersonen auf den Spielplätzen geben kann: „Ich bin aber zuversichtlich, dass das klappt und die Kinder - natürlich nur in Begleitung ihrer Eltern - ab Donnerstag wieder auf die Spielplätze können.“

Grundsätzlich hegt das Stadtoberhaupt keinen Zweifel daran, dass die Lünerinnen und Lüner auch diese Lockerung mit Verantwortung umsetzen werden. Denn bisher sei Lünen sehr gut durch die Krise gekommen: „Es hat nur ganz wenige Ausnahmen gegeben, in denen sich Bürgerinnen und Bürger nicht an die Vorgaben gehalten haben.“

Verantwortungsvolle Mehrheit Grundlage für positive Entwicklung

Dass die Mehrheit eben verantwortungsvoll agiere, sei eine wichtige Grundlage für den bisher positiven Verlauf: „Es ist vielleicht noch zu früh, um von einem Erfolg zu sprechen, aber wir haben doch Fortschritte erzielt, um das Infektionsgeschehen in unserer Stadt einzudämmen.“

In den Sozialen Netzwerke wird auch in Lünen Kritik an den Maßnahmen laut, außerdem häufen sich dort Meldungen, wonach Bürger sich nicht an die Vorgaben halten. Für Kleine-Frauns findet diese „Opposition“ allerdings hauptsächlich virtuell statt: „Im Straßenbild, wo es darum geht, diese Maßnahmen einzuhalten, ist diese Opposition nicht präsent.“

Lockerung kann zu Verunsicherung führen

Ein Teil der Kritik ist wohl auch auf eine gewisse Verunsicherung zurückzuführen: „Der Staat hat zu Beginn der Krise mit starker Hand Vorgaben gemacht.“ Mit jeder Lockerung werde man nun neue Bereiche identifizieren, in denen Verunsicherung zu spüren ist: „Das sind genau die Bereiche, in denen der Staats nichts regeln kann, und wo jeder einzelne Verantwortung übernehmen muss.“

In der jetzigen Situation sei es jedoch möglich, diese Verantwortung mehr und mehr zurück an die Bürger zu geben. „Und ich glaube, dass die Verunsicherung mit der Zeit geringer wird.“

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