Stadt Lünen: Personalentwicklung mit Problemen

Konzept fehlt

Seit Jahren fordert die Politik von der Verwaltung ein Konzept zur Personalentwicklung für die Stadt Lünen. Mittlerweile liegt eines vor, das taugt aber nichts. Ein neues Papier wird es vorerst nicht geben. Erst muss ein neuer Personalchef her. Und das kann dauern.

LÜNEN

, 11.10.2017, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das jahrelange Warten der Politik auf ein Personalentwicklungskonzept für die Verwaltung geht weiter. Weil in der Ära von Lünens Ex-Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick (SPD, 1999 bis 2015) diesbezüglich nichts passiert war, hatte sein Nachfolger Jürgen Kleine-Frauns (GFL) das Thema gleich nach seinem Amtseintritt im Oktober 2015 zur Chefsache erklärt und das geforderte Konzept auf den Weg gebracht. Die Arbeiten dazu begannen im Frühjahr 2016.

Damals hatte Kornelia Müller, Abteilungsleiterin Personal und Organisation, erklärt: „Wir haben viele Instrumente der Personalentwicklung, aber kein Werk, in dem alles zusammengefasst ist.“

Abteilungen arbeiteten gemeinsam am Konzept

Das noch zu erarbeitende Konzept solle als eine Art Handbuch dienen und auch dabei helfen, potenziellen Personalengpässen rechtzeitig zu begegnen, sagte Kornelia Müller im April vergangenen Jahres. Danach machten sich die Personalabteilung, die Gleichstellungsstelle, das Bürgermeisterbüro, der Personalrat und Dr. Sabine Seidel, Leiterin des Studieninstitutes Ruhr (Dortmund/Essen) ans Werk. Seidel hatte von 1997 bis 2004 die Organisationsabteilung der Stadt geleitet, vom 1. März 2004 bis Ende 2009 war sie Chefin der Rechnungsprüfung.

Das unter ihrer Mithilfe zu erarbeitende Konzept sollte im September 2016 auf dem Tisch liegen und der Politik vorgestellt werden. Das ist bis heute nicht passiert. Dazu erklärte die Stadt am Montag auf Anfrage: „Das Personalentwicklungskonzept ist derzeit noch ausstehend. Die vorliegende Fassung liefert noch nicht die Informationen, wegen derer die Politik es eingefordert hat und die aus Sicht des Verwaltungsvorstandes erforderlich sind. Daher ist es aus Sicht des Verwaltungsvorstandes derzeit nicht vorlagereif.“

Daran wird sich nach Angaben der Stadt vorerst auch nichts ändern. Grund hierfür ist, dass Kornelia Müller (Leiterin Personal) zum 1. November dieses Jahres die Nachfolge von Beanka Ganser als Leiterin der Tagesbetreuung für Kinder übernimmt. Deshalb werde es absehbar zu einer weiteren Verzögerung kommen, hieß es bei der Stadt weiter: „Die Vorstellungen und Ideen der neuen Personalleiterin oder des neuen Personalleiters sollen aber in diesem zukunftsorientierten Papier Berücksichtigung finden können.“

Auf die Frage, wann die Stelle besetzt sein wird, antwortete die Stadt am Montag: „Das ist abhängig von der Zahl der Bewerbungen, von der Qualifikation der Bewerber sowie von deren Verfügbarkeit.“ Die Stellenausschreibung werde derzeit vorbereitet.

Unterdessen wird der Ruf nach einem Personalentwicklungskonzept in der Politik wieder lauter: Wie es zum Beispiel in einer Stellungnahme der SPD-Fraktion zur Raumnot in der Verwaltung heißt, hatte die Politik zuletzt im Juni die Verwaltung aufgefordert, ein Raumkonzept und ein Personalentwicklungskonzept vorzulegen. „Dieser Aufforderung ist die Verwaltung bis heute nicht nachgekommen“, so die SDP.

In einem Antrag der CDU-Fraktion für die Ratssitzung an diesem Donnerstag steht: „Im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsplan-Beratungen bitten wir um einen Sachstandsbericht zum ausstehenden Personalentwicklungskonzept.“

Seidel soll Stadt "nichts" gekostet haben
Die Mitarbeit von Dr. Sabine Seidel an dem Konzept hat die Stadt nach eigenen Angaben „nichts“ gekostet: „Die Zusammenarbeit mit Frau Dr. Seidel erfolgte im Rahmen der Unterstützungen, die uns das Studieninstitut Dortmund – die Stadt Lünen ist dort Gesellschafter – anbietet.“

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