Stadt Lünen prüft Konsequenzen nach brutalem Überfall

Seepark Horstmar

Nach dem brutalen Überfall auf zwei Männer im Seepark am Samstag laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Eine Sprecherin erklärte gestern auf Anfrage, dass bisher wenige Hinweise auf mögliche Täter eingegangen seien. Der schwer verletzte 27-Jährige aus Bergkamen muss indes weiter stationär im Krankenhaus bleiben.

LÜNEN

von Marc Fröhling und Beate Rottgardt

, 29.08.2017, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
•Friedlich und sonnig war es am Dienstagmittag  am Horstmarer See. Dass es hier auch ganz anders zugehen kann, zeigt der Vorfall vom vergangenen Samstag.

•Friedlich und sonnig war es am Dienstagmittag am Horstmarer See. Dass es hier auch ganz anders zugehen kann, zeigt der Vorfall vom vergangenen Samstag. © Jolina Petrusch

Der Bergkamener wollte am Samstag die Polizei rufen, nachdem er gegen 22 Uhr gesehen hatte, wie ein junger Mann aus einer Gruppe von rund 15 Jugendlichen verprügelt wurde. Die Gruppe hatte den Mann, einen 20-Jährigen aus Paderborn, zuvor um Zigaretten und Geld gebeten. Als er auf dem Boden lag, traten die Jugendlichen weiter auf ihn ein und sprühten Pfefferspray in seine Augen. Auch er wurde verletzt.

Um solche Vorfälle zu verhindern, hat die Stadt für den Seepark einen auswärtigen Sicherheitsdienst beauftragt – nach einer Ausschreibung. Die ausgewählte Sicherheitsfirma werde von der Abteilung Stadtgrün eingesetzt, so eine Stadtsprecherin auf Anfrage. Die Einsatzzeiten des Sicherheitsdienstes seien flexibel – je nach Witterung und Jahreszeit.

Keine Auskünfte


Wie viele Kräfte am Samstagabend auf dem Gelände waren und wann sie den Seepark verlassen haben, konnte die Stadtsprecherin allerdings nicht sagen. Auch die Sicherheitsfirma selbst wollte sich dazu auf telefonische Anfrage nicht äußern.

Welche Konsequenzen der Vorfall haben wird, werde laut Stadtsprecherin bei einem Gespräch zwischen Stadtgrün und der Firma thematisiert. In dem Gespräch werde man auch überlegen, ob man den Sicherheitsdienst dort ausweiten sollte.

Flexible Zahl

Die Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter sei flexibel, sagte die Sprecherin. Im Allgemeinen seien es zwei Mitarbeiter, wenn erforderlich, auch „erheblich mehr“, so die Stadt. Laut deren Mitteilung sei „das Jahr bisher recht friedlich verlaufen“. Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes haben Hausrecht auf dem Seeparkgelände, sie können auch „bei zu großer Renitenz“ von Besuchern die Polizei informieren oder anfordern. Ausgestattet sind sie „nicht martialisch“, also nicht mit Waffen. Die Kosten seien je nach Saison unterschiedlich hoch. Im Budget der Abteilung Stadtgrün sind 50000 Euro dafür verankert.

Für eine Ausweitung der Sicherheitskräfte spricht sich auch Liane Kahn aus, Mitarbeiterin im Kiosk am See. Sie ist beunruhigt, welche Folgen die Gewalt vor Ort hat. „In den vergangenen Tagen war es hier trotz des sonnigen Wetters ruhiger“, betont die Mitarbeiterin.

Auch um die eigene Sicherheit und die ihrer Kollegen ist Liane Kahn besorgt. „Ich habe mittlerweile immer ein Pfefferspray mit im Kiosk, denn hier in der Gegend gibt es immer mehr Verbrechen“, so Kahn.

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