Stadt Lünen trennt sich vom Sicherheitsdienst

Nach Überfall im Seepark Horstmar

Nach dem brutalen Überfall im Seepark Horstmar will die Stadt Lünen die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst beenden. Der Ende 2017 auslaufende Vertrag mit dem Sicherheitsdienst soll nicht verlängert werden. Die Polizei sucht unterdessen nach einem weiteren Tatverdächtigen mit einer auffälligen Personen-Beschreibung.

LÜNEN

, 21.09.2017, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Seepark herrscht bei schönem Wetter viel Betrieb. Zuletzt soll es aber auch mehrere Überfälle gegeben haben.

Am Seepark herrscht bei schönem Wetter viel Betrieb. Zuletzt soll es aber auch mehrere Überfälle gegeben haben.

Als sich am 26. August der brutale Überfall im Seepark Horstmar ereignete, war der von der Stadt beauftragte Sicherheitsdienst mit fünf Mitarbeitern vor Ort. Die wollen aber von dem Gewaltausbruch nichts mitbekommen haben.

Das teilte der Technische Beigeordnete der Stadt, Arnold Reeker, am Mittwochabend dem Ausschuss für Sicherheit und Ordnung mit. Laut Reeker hat die Sicherheitsfirma nach einem Gespräch am 4. September eine von der Stadt verlangte schriftliche Stellungnahme vorgelegt. Die Sicherheitsleute, so Reeker, seien erst aufmerksam geworden, als die Polizei schon da war. Sie seien von einem Unfall mit einem Fahrrad ausgegangen.

Vertrag mit Sicherheitsfirma wird nicht verlängert

„Bei dem übersichtlichen Gelände fragen wir uns ein wenig, warum das (dem Sicherheitsdienst) nicht vorher aufgefallen ist“, sagte Reeker. Die Stadt, so kündigte er an, will Konsequenzen ziehen und den Ende 2017 auslaufenden Vertrag mit dem Sicherheitsdienst nicht verlängern.

Bis Ende 2016 sei die Überwachung des Seeparks an „ein Unternehmen unseres Vertrauens“ vergeben worden, erklärte Bernd Wiesner, Chef der Ordnungsbehörde. Für 2017 habe man dem Vergaberecht entsprechend ausschreiben müssen. Aus der Ausschreibung ging die Paderborner Firma Adler als Sieger hervor. Bewusst sei der Vertrag mit ihr nur für ein Jahr mit zweimaliger Verlängerungsoption geschlossen worden.

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Diese Verlängerung wird es nach den Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Überfall nun nicht mehr geben. Die Stadt will „möglichst schnell“ neu ausschreiben. Die Firma Adler wollte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht äußern. „Wichtig ist, dass wir da Qualität reinbekommen“, forderte Ausschuss-Vorsitzender Herbert Jahn (CDU).

„Die beste Sicherheit ist, wenn möglichst viele Bürger den Park nützen, dann haben wir die größte soziale Kontrolle“, meinte Beigeordneter Reeker. Daraufhin fragte Karl-Heinz Pisula (CDU) den Beigeordneten, ob er sich persönlich mal bei Dunkelheit im Seepark umgeschaut habe. Reeker verneinte das. „Die Bevölkerung rund um den Seepark hat Angst. Die haben Angst, abends dorthin zu gehen. Das kann es nicht sein“, sagte Pisula. Er bestätigte damit Aussagen, die Anwohner unserer Redaktion gegenüber gemacht hatten.

Tatverdächtiger mit verkürzten Finger

Am 26. August waren ein 20-Jähriger und ein 27-Jähriger Mann aus einer Gruppe heraus brutal verprügelt und beraubt worden. Der 27-Jährige wurde regelrecht vom Fahrrad getreten, als er die Polizei rufen wollte. Ihm drohen bleibende Schäden.

Die Polizei, die bereits drei Tatverdächtige aus der Gruppe ermittelte, sucht jetzt einen 16 bis 18 Jahre alten Mann mit dem Vornamen Jan. Besonders auffällig: Er soll deutlich verkürzte Finger haben.

Der Tatort habe sich in der Nähe des Eingangs Baukelweg befunden, so die Polizei. Die Täter seien über den Kanal Richtung Schloss Schwansbell und über den Sportplatz des Lüner SV Richtung Innenstadt geflohen. Hinweise, von weiteren Opfern, von Zeugen – aber auch von Mittätern, die ihr Schweigen brechen wollen – , erbittet die Polizei unter Tel. (0231) 132-7441.

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