Stadt sichert Datenschutz an Lüner Schulen

Sicherheitslücken

Sicherheitslücken im Umgang mit sensiblen Daten an Schulen? Das befürchtet der Verband Bildung und Erziehung (VBE) mit Sitz in Dortmund. Jetzt gibt es Beratungen über eine zusätzliche IT-Stelle. Wir beleuchten die Situation in Lünen.

LÜNEN

, 01.01.2016, 05:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Datenschutz ist ein wichtiges Thema. Viele gehen zu leichtfertig mit den Daten um, die sie im Netz verbreiten.

Datenschutz ist ein wichtiges Thema. Viele gehen zu leichtfertig mit den Daten um, die sie im Netz verbreiten.

Was genau kritisiert der VBE? Der Bundes- und Landesvorsitzende NRW, Udo Beckmann, spricht von einer „mittelalterlichen IT-Ausstattung“ an Schulen. Er warnt vor Datenlecks und Hacking-Angriffen und somit „gravierenden Verletzungen der Persönlichkeitsrechte der Schüler, der Eltern und der Lehrer“.

Was sagen die Lüner Schulen dazu? Verbesserungsbedarf gebe es vor allem bei Reparaturen, sagt Heinrich Behrens, Leiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Er hält die zuständige städtische IT-Abteilung mit nur zwei Mitarbeitern für zu dünn besetzt. Zur Datensicherheit, sagt Michael Schulten, Leiter der Realschule Brambauer, gebe es zwar Fortbildungen, allerdings zu wenige und die würden zu selten in Anspruch genommen. Dr. Peter Petrak, kommissarischer Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Lünen-Altlünen hingegen hält das Fortbildungsangebot für gut. Auch sei die Zahl der IT-Sachverständigen bei der Stadt in Ordnung, er „weiß nicht, ob mehr Mitarbeiter wirklich effizienter wären.“

Und was macht die Stadt für die Instandhaltung der Anlagen? Von einer „mittelalterlichen Ausstattung“, so Pressesprecherin Simone Kötter, könne man in Lünen nicht sprechen. Um die wachsenden Anforderungen zu bewältigen, werde im Stellenplanverfahren für das kommende Jahr über eine weitere Stelle zur IT-Beratung für Schulen beraten.

Wie bewertet ein Experte die Kritik des VBE? Es gebe immer mal etwas, wo er die Nase rümpfen könne, sagt Detlef Wenske, Datenschutzbeauftragter beim Schulamt für den Kreis Unna. „Ich wüsste aber nicht, dass da systematisch was falsch gemacht wird.“ Außerdem bedeute veraltete Ausstattung nicht unbedingt Sicherheitslücken . Wenn ein Rechner nicht ans Internet angeschlossen sei oder keine personenbezogenen Daten verwaltet würden, sei etwa ein altes Betriebssystem meist unproblematisch.

Was macht die Stadt für den Datenschutz an den Schulen? Laut Simone Kötter gilt der IT-Sicherheit „ein besonderes Augenmerk“. Viren würden beispielsweise durch eine netzwerkbasierende Virenschutzlösung für alle Lüner Schulen ferngehalten, so Kötter.

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