Dieses Bild entstand Mitte Mai dieses Jahres und dokumentiert einen Teil der laufenden Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Steag-Gelände in Lünen. © Goldstein
Flächenentwicklung

Steag-Fläche in Lünen: WFG des Kreises Unna will ganzes Gelände kaufen

Im Poker um den Kauf von einem Teil oder sogar des gesamten Steag-Geländes sind die Karten neu gemischt. Die Wirtschaftsförderung des Kreises Unna (WFG) verhandelt mit Hagedorn.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH (WFG) will das gesamte Steag-Gelände in Lünen von der Gütersloher Hagedorn-Gruppe kaufen: „Wir führen schon seit längerer Zeit mit Hagedorn Gespräche über den Kauf des nördlichen Teils der Steag-Fläche, außerdem reden wir mit Hagedorn und ihrem möglichen Investor über die Südfläche.“

Das erklärte Landrat Mario Löhr (SPD) und bestätigte damit Informationen unserer Redaktion. „Dass wir uns als Kreis da engagieren und die Flächen kaufen wollen, ist auch mit der Lüner Politik und Verwaltung abgesprochen“, sagte Mario Löhr weiter.

Interessante Wendung

Damit nimmt der Poker um die kreisweit wirtschaftlich und arbeitsmarktpolitische äußerst interessante Fläche ein deutliche Wendung. Denn bislang war lediglich öffentlich bekannt geworden, dass die Stadt Lünen gerne den nördlichen Teil des Steag-Geländes kaufen wollte. Das hat sich nunmehr erledigt.

Nach Informationen unserer Redaktion konzentriert sich die Stadt Lünen derzeit auf einen möglichen Kauf des Caterpillar-Geländes in Lünen-Wethmar.

Gespräche über Caterpillar-Gelände

Dazu sollen im Laufe dieser Woche weitere Gespräche mit dem von Caterpillar beauftragen US-Investment-Unternehmen Jones Lang LaSalle (Chicago, Illinois) geführt werden.

Zum aktuellen Stand der Verhandlungen über den Verkauf des Steag-Geländes sagte Hagedorn-Geschäftsführer Rick Mädel am Montag (7. Juni) im Gespräch mit unserer Redaktion:

„Wir führen da schon seit längerer Zeit Verhandlungen über die Nordfläche mit WFG-Geschäftsführer Dr. Michael Dannebom. Da könnte es zeitnah eine Einigung geben.“

Kaufinteresse bestätigt

Für die Südfläche bestehe ebenfalls ein Kaufinteresse der WFG, sagte Rick Mädel weiter. An den Verhandlungen über einen möglichen Verkauf der Südfläche an den Kreis ist neben Hagedorn nicht zuletzt dessen Joint-Venture-Partner, die DF Industrial Partners AG (DFI, Düsseldorf), beteiligt.

Bislang wollte die Gütersloher Unternehmensgruppe, welche das Steag-Gelände Ende 2019 von der Essener Steag gekauft hat, die Südfläche mit DFI entwickeln. Dazu sagte Hagedorn-Geschäftsführer Rick Mädel: „Wir haben die Fläche an DFI unter bestimmten planungssrechtlichen Gesichtspunkten praktisch verkauft. Der Kaufvertrag ist aber noch nicht unterschrieben. Er wird erst dann rechtskräftig, wenn wir die Planungsvorgaben erfüllt haben.“

Das wissen natürlich auch Landrat Mario Löhr und WFG-Geschäfts- und Verhandlungsführer Michael Dannebom. „Bei den Gesprächen mit Hagedorn und ihrem Investor über den Kauf des südlichen Teil des Geländes spielt es eine wichtige Rolle, ob wir ihnen Alternativflächen anbieten können“, sagte Mario Löhr gegenüber unserer Redaktion.

Ersatzflächen in Bergkamen?

Potenzielle, von der WFG noch zu erwerbende Ersatzflächen sollen in Bergkamen liegen. Weitere Angaben dazu machte Mario Löhr keine. Zur Höhe der möglichen Investition, wenn es denn dazu kommt, hüllte sich der Landrat ebenfalls in Schweigen.

Wie unsere Redaktion aus gut informierten Kreisen erfuhr, steht hier ein dreistelliger Millionenbetrag im Raum. Viel Geld, über das die Stadt Lünen mangels knapper Kasse schon gar nicht verfügt. „Wenn wir Lünen mit seiner nach wie vor viel zu hohen Arbeitslosigkeit nicht ans Laufen kriegen, dann kriegen wir den ganzen Kreis Unna nicht ans Laufen“, sagte Mario Löhr: „Mit dem Kauf und der Entwicklung der Steag-Fläche können wir für Lünen und den Kreis etwas Großes auf die Beine stellen.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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