Stephan Sulke: Feinfühlig und charmant

Heinz-Hilpert-Theater

Stehende Ovationen und fast nicht enden wollende Zugabe-Rufe erntete Stephan Sulke im Heinz-Hilpert-Theater. "Es ist eine Freude, zu sehen, dass ein paar überlebt haben. Oder anders gesagt, der Beweis dafür, dass wir länger leben", begrüßte der singende Poet zu Konzertbeginn die Gäste.

LÜNEN

von Von Volker Beuckelmann

, 13.10.2011, 11:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stephan Sulke (67) erzählte aus seinem Leben und lieferte eine Vita der Rastlosigkeit und die Erklärung, wie er zu seinen Liedern gekommen sei. „Für mich ist die Liebe das Wichtigste im Leben, es ist ein ewiges Thema“, betonte Sulke und präsentierte am Steinway-Flügel den melancholischen Titel „Ein vergilbtes Stück Papier“.

Gefühlsecht klang das 1980 erschienene Lied „Ich brauche Dich“. In der Manier eines Frauenverehrers sang Stephan Sulke: „Du komm´ mal her, mir fällt das Leben schwer.“ Um die Schwermut nicht zu übertreiben, unterhielt Sulke das Publikum mit Lebensweisheiten und -erfahrungen. Das Lied „Mensch ging das aber schnell“ handelte über das Alter, genau so wie der nachdenkliche Titel über das Schicksal des „alten Herrn“, um den sich niemand mehr kümmert.Die akustische Gitarre beherrschte Stephan Sulke perfekt, ebenso Flügel und Keyboard. Die Stimme klang jung, die Musik sanft, bisweilen flott. Der Sänger wirkte feinfühlig und erklärte charmant ohne erhobenen Zeigefinger, wie er seine Umwelt wahrnimmt und Eindrücke musikalisch verarbeitet.

Mit seinem gelungenen neuen Titel „Enten hätt‘ ich züchten sollen“ aus dem gleichnamigen neuen Best Of Album hielt Stephan Sulke selbst bemitleidend Rückschau: „In der Schule lernt man bloß die Melodie, den Text dazu, den liefert man dir nie. Da lernste, wie Erotik bei den Bienen funktioniert, das nützt Dir viel, wenn Dich ein Augenpaar hypnotisiert.“

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