Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Verlegung mit Gunter Demnig

Sie starben am 12. April 1945 kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sechs Männer aus Lünen wurden in Dortmund ermordet. Mit Stolpersteinen wird in Lünen bald an sie erinnert.

Lünen

02.02.2019, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Sechs Stolpersteine werden am 7. Februar in Lünen verlegt. © Maiwald

Kurz vor Kriegsende beziehungsweise vor dem Einmarsch der Amerikaner am 12. April 1945 in Dortmund wurden noch sechs Lüner Bürger in Dortmund von den Nazis ermordet. Durch die Tat sollte unter anderem verhindert werden, dass es lebende Zeugen der Nazizeit gibt, die sich gegebenenfalls auch noch als aktiv politische Bürger am Wiederaufbau Deutschlands beteiligen würden. Der Arbeitskreis Lüner Stolpersteine wird am 6. und 7. Februar an sie erinnern.

Seit 1933 gedemütigt und misshandelt

Es handelt sich um sechs ehemalige Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), derer jährlich am Karfreitag in Lünen-Süd gedacht wird. Sie standen bei den Nazis auf der Überwachungsliste und wurden über Jahre seit 1933 gedemütigt, verhaftet und misshandelt.

Am 30. März 1945 wurden

Johann Berg

Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Stolperstein für Johann Berg © Stadtarchiv

Jakob Bink

Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Stolperstein für Jakob Bink © Stadtarchiv

August Dombrowski

Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Stolperstein für August Dombrowski © Stadtarchiv

Bernhard Höltmann

Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Stolperstein für Bernhard Höltmann © Foto Stadtarchiv

Johann König

Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Stolperstein für Johann König © Lars Hübchen

Josef Kriska

Stolpersteine erinnern an sechs ermordete Männer aus Lünen

Stolperstein für Josef Kriska © Stadtarchiv

erneut verhaftet, nach Dortmund-Hörde transportiert, im Gestapogefängnis und anschließend im nahegelegenen Auffanglager inhaftiert. Nach dem Bericht einer englischen Untersuchungskommission aus Mai 1947 mussten sie als letzte Gruppe von 36 bis 38 Inhaftierten im April 1945 das Lager verlassen, damit sie anschließend kaltblütig ermordet werden konnten.

Josef Kriska wurde nach Aussage eines Zeugen bereits vorher am 1. April direkt in der Zelle des Gestapogefängnisses erschossen.

Alle Lüner Widerstandskämpfer fanden ihre letzte Ruhe abschließend am Mahnmal in der Dortmunder Bittermark, das seit 1960 an 298 Ermordete rund um den Karfreitag 1945 erinnert.

Vortragsveranstaltung mit Gunter Demnig

Zum Gedenken an die sechs Lüner Ermordeten werden am 7. Februar ab 9 Uhr an ihren letzten Wohnorten von dem deutschen Künstler Gunter Demnig in die Lüner Bürgersteige „Stolpersteine“ verlegt.

Demnig kommt bereits am Mittwoch, 6. Februar, zu einer Vortragsveranstaltung nach Lünen. Der 71-Jährige stellt sich selbst und seine Projekte vor. Der Eintritt dazu ist frei. Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 6. Februar findet ab 19.30 Uhr in der Aula der Geschwister-Scholl Gesamtschule, Holtgrevenstraße, statt. Unterstützung erfährt die Veranstaltung von der dortigen Pädagogin Katrin Rieckermann, die auch die Diskussionsrunde moderiert.

Der Zeitplan für die Verlegung der Stolpersteine

Die Verlegeaktionen beginnen um 9 Uhr an der Derner Straße 129 für Jacob Bink, der von 1923 bis 1927 auch Stadtverordneter im Lüner Rathaus war. Nach der Begrüßung durch Udo Kath vom „Arbeitskreis Lüner Stolpersteine“ wird Jens Hebebrand, der für die jährliche Karfreitagsveranstaltung „Gegen Rechts“ im Südpark mitverantwortlich ist, auf die Ermordungen im April 1945 im Dortmunder Rombergpark eingehen.

Anschließend finden weitere Verlegungen um 9.30 Uhr an der Jägerstraße 46 für Johann Berg, um 10 Uhr an der Wörthstraße 5 für Johann Kriska, um 10.25 Uhr an der Saarbrücker Straße 25 für August Dombrowski, um 11.50 Uhr an der Sedanstraße 66 für Johann König und um 12.15 Uhr an der Gahmener Straße 160 für Bernhard Höltmann statt.

Jeweils wird vor Ort auf die einzelnen, persönlichen Schicksale eingegangen.

Jetzt lesen

Die Veranstaltungen werden von folgenden Sponsoren finanziert: Wolfgang Schene (Retro-Art-Hotel Lünen), Käthe-Kollwitz Gesamtschule, Evangelische und Katholische Kirche, Jens Hebebrand, Lars Hübchen, Micro Mayr, SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Lünen-Oberbecker.
Lesen Sie jetzt