Straftaten im Rausch: Lüner stiehlt Ringe seiner Ex-Freundin

mlzKontaktverbot ignoriert

Kontaktverbot ignoriert und Schmuck gestohlen: Weil er permanent unter Drogen stand, hat ein Lüner seine Exfreundin bestohlen und beleidigt. Nun zeigte der Mann Reue und Willen sich zu ändern.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 02.08.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Rausch überzog ein Lüner seine Ex-Freundin mit einer regelrechten Flut von Nachrichten – trotz gerichtlich angeordneten Kontaktverbots. Auch stahl er der Frau Schmuck und versetzte ihn im Pfandhaus. Vor Gericht zeigte der 45-Jährige nun nicht nur Reue, sondern auch den Willen, etwas zu verändern.

Nach der Trennung von der Frau aus Wetter, kassierte der Lüner ein Verbot, sich ihr zu nähern oder in irgendeiner Form Kontakt zu ihr aufzunehmen. Das hielt ihn aber Anfang November nicht davon ab, seiner Verflossenen seitenweise Textnachrichten zu schicken. Darin schwankte der 45-Jährige offenbar zwischen Beleidigungen und Rückkehr-Angeboten.

Vier Ringe gestohlen

Zuvor, im Sommer 2019, steckte er darüber hinaus in der Wohnung der Betroffenen vier ihrer Ringe ein, wurde damit zwei Mal bei einem Dortmunder Pfandhaus vorstellig und erhielt insgesamt 440 Euro für den fremden Schmuck.

Ein Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und Diebstahl wurden dem Mann, der sich mittlerweile wieder ohne festen Wohnsitz in Lünen aufhält, nun vor dem Amtsgericht Wetter zur Last gelegt. Was die Flut an Nachrichten betraf, fehlte ihm zwar die Erinnerung, dennoch räumte er die Tat ein. Damals habe er stets unter den Einfluss von Alkohol, Medikamenten und Drogen gestanden. „Ich kann mich bewusst nicht daran erinnern. Aber ich gehe davon aus, dass ich es war. Ich war wirklich jenseits von Gut und Böse.“

„War wegen der Drogen nicht bei mir“

Auch den Diebstahl der Ringe gestand er ein und kommentierte das mit einem einzigen Satz: „Ich war wegen der Drogen nicht bei mir.“ Mit seiner Familie habe er es sich auch verscherzt, sei unter anderem auch deshalb obdachlos. Aber nun wolle er sich seinen Problemen stellen.

Anfang September habe er einen Termin zur Entgiftung in einem Krankenhaus in Hagen-Hohenlimburg, danach strebe er eine Entzugstherapie an. „Ich bin bemüht, an der ganzen Situation etwas zu ändern. Ich bin hier, um mich meiner Verantwortung zu stellen. Ich nehme jede Strafe hier an. Es tut mir leid.“

Ausgenutztes Vertrauen wirkt strafverschärfend

Das offene Geständnis, Reue und Einsicht, der Zeitablauf und der Umstand, dass er im Tatzeitraum permanent unter dem Einfluss berauschender Mittel stand, wirkten sich letztlich zu seinen Gunsten aus. Strafschärfend fielen der relativ hohe Schaden bei dem Diebstahl, ausgenutztes Vertrauen, die Vielzahl Nachrichten und Vorstrafen ins Gewicht. Das Gericht verurteilte ihn zu 70 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe. Und, der Lüner hielt Wort: Er akzeptierte die Strafe. Da auch die Vertreterin der Anklage auf das Einlegen von Rechtsmitteln verzichtete, wurde das Urteil umgehend rechtskräftig.

Lesen Sie jetzt