Streusalzkauf als Pokerspiel um Kosten

1250 Tonnen für den Winter

Der Gedanke an den nächsten Winter treibt Thomas Möller keine Sorgenfalten auf die Stirn: „Wir können uns ganz entspannt zurücklehnen“, sagt der Abteilungsleiter für Stadtreinigung bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL). Für Entspannung bei ihm sorgen die 600 Tonnen Streusalz, die Möller bereits gebunkert hat.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 15.10.2011, 09:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit 1250 Tonnen Streusalz hat sich WBL für den Fall eines erneuten harten Winters eingedeckt.

Mit 1250 Tonnen Streusalz hat sich WBL für den Fall eines erneuten harten Winters eingedeckt.

Die Rechnung würde aufgehen, wenn der Winter 2011/2012 so hart wird wie die beiden zuvor: 2009/2010 gingen 1430 Tonnen Streusalz drauf, 2010/2011 waren es etwa 1200.Wird der bevorstehende Winter allerdings ein milder und der nächste möglicherweise auch, hätte Möller zu viel Salz geordert und zu viel Geld ausgegeben. Deshalb, so erläutert er, habe er sich zu einer Doppelstrategie entschlossen.

Zu den 200 Tonnen, die noch aus dem letzten Winter auf Lager waren, kaufte er 400 hinzu – beim gleichen Lieferanten wie Straßen.NRW, aber wegen der geringen Menge natürlich nicht zu den gleichen Konditionen. „Wir zahlen etwa acht Euro mehr pro Tonne“, erläutert er, hält diesen Aufpreis für günstig. 600 Tonnen hat er somit bereits auf Lager, 650 weitere kann er über Straßen.NRW beziehen. Mit insgesamt 1250 Tonnen, so Möllers Kalkül, ist der WBL-Streudienst für den Fall eines erneuten harten Winters gut gerüstet.

Folgt aber auf zwei harte Winter jetzt ein milder, behielte Möller eine Menge Salz auf Lager und käme wahrscheinlich mit den weiteren 650 Tonnen aus, die er für die folgende Wintersaison bereits verbindlich bei Straßen.NRW bestellt hat. Dann wäre seine Strategie aufgegangen. Anderenfalls müsste er wieder nachkaufen. Möller beobachtet die Preisentwicklung genau. Und schließt nicht aus, dass es zu einer kuriosen Situation kommen könnte: „Weil Bund, Land und Kommunen in diesem Jahr schon so riesige Mengen bestellt haben, könnte es sein, dass Streusalz im Winter billiger zu bekommen ist als im Sommer.“  

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt