Südparkfreunde retten erstickende Fische

Umsiedlung aus Derne

LÜNEN-SÜD Es gibt Asylanträge, die kann man einfach nicht ablehnen. So geschehen an diesem Wochenende. Der stumme Hilferuf kam aus einem fast nicht mehr existenten Biotop in der Kleingartenanlage der Hoeschsiedlung in Derne unterhalb der Autobahn A 2.

von Von Günther Goldstein

, 05.10.2009, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Südparkfreunde siedelten Fische um.

Die Südparkfreunde siedelten Fische um.

Die Fische schnappten dort schon seit einiger Zeit nach Luft, der Wasserstand sank ständig. Auch eine Aktion der Feuerwehr brachte keinen Durchbruch. Der fehlende Regen, der bislang das kleine Gewässer gefüllt hatte, indem er von den Dächern der Gartenhäuser dort eingeleitet wurde, drohte den zahlreichen Schuppentieren den Garaus zu machen.

Der Notruf drang jenseits der Autobahn und der Stadtgrenze auf offene Ohren und bereitwillige Helfer. Diese machten sich heute im Morgengrauen auf den Weg, technisch unterstützt von der Firma Taxus, die mit allem notwendigen Gerät für die feuchte Bergung der Asylanten ausgestattet ist.Überlebensraum

In einem großen Kunststoffbehälter wurde zunächst ein passender Überlebensraum für den Transport geschaffen, dann machte man sich daran die zahlreichen Fische mit dem Kescher einzufangen. Im ersten Durchgang gingen außer vielen kleinen unterschiedlichen Sorten auch zwei kapitale Karpfen ins Netz, die in Derne schon mit den Rückenflossen aus dem Wasser ragten.

Dennoch setzen sie am Teich im Südpark alle Kraft ein, in Unkenntnis dass ihnen eigentlich das Leben gerettet werden sollte, um sich gegen die kräftigen Hände zu wehren, die sie nur umsetzen wollten. So lag der erste Karpfen zunächst völlig erschöpft auf den Stufen im Südpark, bevor er dazu kam, sich in seinem neuen Lebensraum umzuschauen und die Umsiedlung von Dortmund nach Lünen zu realisieren.

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