Volker Brüning erwartet gerade in den Herbstferien wesentlich mehr Besucher in den Testzentren in seinen Apotheken. © Matthias Stachelhaus
Corona-Tests

Testzentren in Lünen erwarten Run in den Herbstferien

In der Schule werden Kinder regelmäßig getestet, das entfällt in den Herbstferien. Die Testzentren in Lünen erwarten mehr Zulauf. Der Betreiber eines Indoorspielplatzes befürchtet Probleme.

Kinder und Jugendliche gehören kaum zu den Gästen in den Corona-Testzentren der Stadt. Denn die regelmäßig in der Schule durchgeführten Tests sorgen dafür, dass die Schüler alle Aktivitäten ausüben können, bei denen 3G gefordert ist.

Bald aber ändert sich das. Denn in den Herbstferien fallen diese Tests in Nordrhein-Westfalen weg. Alle nicht vollständig geimpften oder genesenen Schüler – und das ist noch die überwiegende Mehrheit – müssen somit erst einen negativen Test vorweisen, wenn sie etwa ins Kino oder ins Schwimmbad zu gehen.

Dieser ist zwar ab der nächsten Woche kostenpflichtig, aber nur für Menschen ab 18 Jahren, bei denen keine gesundheitlichen Gründe gegen eine Impfung sprechen. In Schleswig-Holstein erhalten die Schüler dagegen vor den Ferien in den Schulen Testkits, mit denen sie sich zu Hause weiter selbst testen können.

Betreiber kritisiert Landesregierung

Die Regelung in NRW ärgert Bastian Freitag, Geschäftsführer des Indoorspielplatzes „Kids Country“ an der Alstedder Straße. „Das wird uns sicherlich die Hälfte des Umsatzes kosten. Ich bin gespannt, wie die Leute damit umgehen“, sagt er mit Blick auf die kommenden zwei Wochen. Vor allem Kindergeburtstage, sonst eine wichtige Einnahmequelle, würden wohl eher wegfallen.

Freitag bemängelt vor allem die fehlende Kommunikation seitens der Landesregierung. „Ich gehe davon aus, dass viele Eltern die Regeln gar nicht kennen und die Kinder ohne Test kommen“, vermutet er und sieht Schwierigkeiten bei der Umsetzung vorprogrammiert. „Das werden für die Kinder harte Ferien“, ist er sich sicher.

Bastian Freitag ärgert sich über die mangelhafte Kommunikation und befürchtet weniger Gäste.
Bastian Freitag ärgert sich über die mangelhafte Kommunikation und befürchtet weniger Gäste. © Kristina Gerstenmaier © Kristina Gerstenmaier

Das Lippe Bad äußert sich auf Nachfrage zurückhaltend. „Ein möglicher Rückgang bei jüngeren Besuchern wäre reine Spekulation und bleibt abzuwarten. Wir hoffen natürlich, dass trotzdem viele Kinder und Jugendliche den Weg ins Lippe Bad finden, denn die Tests für unter 18-Jährige bleiben ja vorerst weiterhin kostenlos“, teilt die Bädergesellschaft als Betreiber mit. In den Herbstferien müsse das Empfangspersonal vor dem Einlass die Testergebnisse der Kinder ab sechs Jahren kontrollieren.

Testzentren bereiten sich auf mehr Zulauf vor

„Der Bedarf wird zunehmen. In den Ferien wird es schon einen Zulauf durch die Schüler geben, außerdem schließen einige andere Zentren“, glaubt Volker Brüning, Sprecher der Apotheken im Nordkreis, der in Lünen und Selm mehrere Apotheken betreibt. Er freut sich, dass Tests für Minderjährige bis zum Jahresende weiter kostenlos sind. „Wir testen auf jeden Fall weiter und müssen abwarten, wie der Winter läuft.“

„Es könnte in den Ferien schon einen Run auf die Zentren geben, aber die Erfahrung zeigt: Im Coronabereich kann man keine Prognosen abgeben“, stellt René Pott vom DRK-Kreisverband fest. Das Rote Kreuz stelle sich flexibel auf, um im Ernstfall spontan reagieren zu können und mit zusätzlichem Personal vor Ort zu sein. Auch im Testzentrum in Lünen am Spormeckerplatz.

Schulen rechnen mit positiven Fällen nach Ferien

Nach den Ferien kehren die Schüler dann in die Schulen zurück. Einige aus dem Urlaub, andere werden am ersten Schultag erstmals nach vierzehn Tagen wieder getestet. „Das wird uns auf jeden Fall treffen. Nach den Sommerferien mussten einige Schüler, deren Tests positiv ausgefallen sind, in Quarantäne. Ein ähnliches Szenario erwarte ich diesmal auch“, sagt Wilhelm Böhm, kommissarischer Schulleiter am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Gewissheit, wie es nach dem Urlaub aussieht, habe man nie. Aber auch die Regelung in Schleswig-Holstein sei nicht ohne Risiko. “Keiner weiß, wie sich die Kinder dann in den Ferien testen“, gibt Böhm zu bedenken und hofft einfach, „dass es keinen rumpeligen Neubeginn gibt“.

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Bastian Becker

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