Ticketbetrug war nicht zu beweisen

BVB-Topspiele

Abkassiert und nicht geliefert: Monatelang haben Kunden der Internetfirma „ticketpiraten“ vergeblich auf ihre bezahlten Fußballtickets gewartet. Trotzdem wurde einer der Ex-Betreiber am Mittwoch vom Vorwurf des Betruges freigesprochen. Ins Gefängnis muss der Lüner aber trotzdem – wegen anderer Straftaten.

LÜNEN/DORTMUND

von Von Jörn Hartwich

, 28.03.2012, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die 35. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts beantwortete diese Frage am Mittwoch mit „Nein“. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich rund 50 Ticketverkäufe zwischen Dezember 2010 und Februar 2011 aufgelistet, die unter Betrugsverdacht standen. Darunter waren auch absolute Fußball-Topspiele. Der Angeklagte hatte im Prozess jedoch beteuert, dass er schon ab November 2010 aus dem Ticket-Geschäft ausgestiegen sei. Ab diesem Zeitpunkt sei seine damalige Freundin verantwortlich gewesen. Diese Aussage konnte vor Gericht nicht widerlegt werden.

Der Richter: „Wir haben nichts, was eine Verurteilung tragen könnte.“ Anders sieht das bei der Anmietung einer Wohnung aus. Diesen Vertrag hatte der Angeklagte im Namen seines Bruders abgeschlossen - und auch unterschrieben. Diese Urkundenfälschung und frühere Steuerstraftaten haben die Richter am Ende zu zwei Jahren und drei Monaten Haft zusammen gefasst.

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