Tierschützer wieder unter Druck: Hütte für Katzen muss verschwinden

mlzÄrger im Naturschutzgebiet

Der Tierschutzverein Lünen muss seine Hütte im Naturschutzgebiet abbauen. Dort werden wild lebende Katzen versorgt. Eine Alternative gibt es bisher nicht. Der Verein steht unter Druck.

Lünen

, 12.05.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wollen sich eigentlich nur um ein paar wild lebende alte Katzen kümmern, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Tierschutzvereins Lünen mit ihrer Vorsitzenden Stefanie Hirschfelder an der Spitze. Doch die Futterstation mit Holzhütte, die erst im November 2018 gebaut wurde, muss schon in wenigen Wochen verschwinden. Sie steht im Naturschutzgebiet „In der Laake“. Und deshalb kennt der Kreis Unna kein Pardon.

Ortstermin mit den Beteiligten

Das ist das Ergebnis eines Ortstermins, der am Mittwoch (8. Mai) stattfand. „Die Hütte muss bis zum Sommer zurückgebaut werden“, erklärte ein Sprecher des Kreises auf Anfrage. Einen konkreten Termin gebe es noch nicht. Beim Ortstermin habe man der Vorsitzenden des Tierschutzvereins „nochmal dargelegt, warum die Hütte dort nicht stehen kann.“ Das Gebiet In der Laake sei unter anderem wegen seiner ornithologischen (vogelkundlichen) Bedeutung als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden.

„Bedeutender Lebensraum“ für Vögel

Der Kreis zitiert aus dem Wortlaut der Festsetzung: „Das vielfältig strukturierte Gebiet stellt […] einen bedeutenden Lebensraum für zahlreiche gefährdete, an Feuchtgebiete gebundene Vogelarten dar. Brutvögel sind z.B. Bekassine, Waldschnepfe, Dorngrasmücke, Schwarzkehlchen und Braunkehlchen.“ Eine Hütte „für wild lebende Katzen als Unterschlupf steht im absoluten Gegensatz zum Vogelschutz und kann unter anderem deshalb dort nicht stehen bleiben“, so der Kreissprecher.

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Für den Tierschutzverein, der wegen der Hütte angezeigt wurde, ist es der befürchtete harte Schlag: „Es gibt kein neues Grundstück. Wir müssen natürlich die Kosten tragen“, teilte Vorsitzende Stefanie Hirschfelder auf Anfrage mit. Früher befand sich die Fütterungsstelle, ebenfalls mit Holzhütte, auf einem Brachgelände an der Sedanstraße. Dort sind Wohnungen geplant, die Tierschützer mussten deshalb weichen.

Angeblich nichts von der Hütte gewusst

Weil die Fläche einer Stadtwerke-Tochter gehört, bat der Tierschutzverein u.a. die Stadtwerke um Hilfe. Deren Tochter SL Grundbesitz GmbH bot als Ersatz die Fläche im Naturschutzgebiet In der Laake an und schloss einen Pachtvertrag mit dem Tierschutzverein. Im Vertrag steht, dass die Fläche zur Katzenbetreuung genutzt wird. Dass dort, wie an der Sedanstraße, auch wieder eine Hütte gebaut werden sollte, wollen weder Stadtwerke noch Stadt Lünen gewusst haben.

Die Tierschützer brauchen jetzt dringend eine neue Fläche. Stefanie Hirschfelder wünscht sich nichts sehnlicher, als dass „wir eine Fläche angeboten bekommen, in der wir a) weder angezeigt noch b) vertrieben und c) man die Tiere einfach leben lassen kann“.

Eine Kontaktaufnahme zum Lüner Tierschutzverein ist per Mail an luenertierschutz@gmx.de möglich.
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