Tim Pröse gastiert in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen

Projekttag mit Autor

Der Autor Tim Pröse hat am Freitag (22. Februar) in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus seinem Bestseller gelesen. Dabei gab er den Schülern eine besondere Botschaft mit auf den Weg.

Lünen

von Nadja Reinthal

, 25.02.2019, 11:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tim Pröse war am Freitag (22. Februar) zu Gast in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Tim Pröse war am Freitag (22. Februar) zu Gast in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. © Nadja Reinthal

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) gedenkt jedes Jahr in Form eines Projekttages der Geschwister Hans und Sophie Scholl, die am 22. Februar wegen ihres Widerstandes gegen das Hitler-Regime hingerichtet wurden.

Zum 76. Todestag der Geschwister war ein ganz besonderer Gast in der GSG zu Besuch: Autor und Journalist Tim Pröse las aus seinem Buch „Jahrhundertzeugen: Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen“ vor.

Erinnerungen aus einer vergangenen Zeit

Ein Jahr lang hat Pröse nach eigenen Angaben zufolge an dem Buch geschrieben, in dem er achtzehn Widerstandskämpfer porträtiert. Insgesamt habe es aber 25 Jahre gedauert, Informationen zu recherchieren und die entsprechenden Personen zu finden.

Die elfte und zwölfte Klasse der Gesamtschule war bedächtig still, als der Autor anfing, Auszüge aus den Erlebnissen und Erfahrungen von Inge Aicher-Scholl, Schwester von Sophie und Hans Scholl, Kurt Keller, Überlebender des D-Days, und Berthold Beitz, Retter mehrerer hundert Juden, vorzulesen. Pröse erzählte in ergreifender Weise von den letzten Stunden vor Sophie Scholls Hinrichtung, dem Überlebenskampf von Kurt Keller, der durch ein denkwürdiges Ereignis mit einem amerikanischen Soldaten zum Deserteur wird, und der rührseligen Begegnung von Berthold Beitz und Jurek Rotenberg, der dank Berthold Beitz den Holocaust überlebte.

„Ich verehre Sophie Scholl“

Auch wenn das Buch nachdenkliche Momente hat, betont Pöse zugleich, wie wichtig es ist, an das Erbe der jungen und mutigen Widerstandskämpferin Sophie Scholl zu denken: „Die Geschichte von Sophie Scholl mag zwar im ersten Moment traurig klingen, aber Sophie Scholl wollte ermutigen: Habt eine eigene Meinung, widersprecht und seid aufgeweckt.“

Im Anschluss der Lesung konnten die Schüler und Schülerinnen der GSG Fragen an den Autor stellen. Auf die Frage, mit welcher Intention Pröse das Buch geschrieben habe, antwortet er: „Ich hatte in meinem Kinderzimmer ein Bild von Sophie Scholl hängen. Sie war mein Vorbild.“ Die Geschwister Scholl seien seine „Superhelden“.

Auch die Aussage „Ich habe keinen Hass“ von Hans Scholl kurz vor seinem Ableben imponiert dem gebürtig aus Essen stammenden Autor: „Speziell bei der Thematik des Buches finde ich es faszinierend, dass drei Protagonisten die Stärke hatten, keinen Hass zu empfinden, obwohl sie Hass erfahren haben.“

Botschaft an die Schüler

Pröse erhofft sich, durch seinen Vortrag den Schülern und Schülerinnen bewusst gemacht zu haben, wie sehr sie ihre Freiheit schätzen können: „Ich hoffe, dass ich ihnen das abstrakte Wort Freiheit nahe gebracht habe. Dass sie ihr ganzes Potenzial abrufen und sich darauf besinnen, wie wichtig ihre Freiheit ist.“

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