Tipps vom Apotheker: Was tun, wenn eine Wespe zugestochen hat?

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Wespen sind wieder häufiger auf dem Kuchen oder am Rand des Bierglases zu sehen. Das allein ist kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht, wie Apothekensprecher Volker Brüning erklärt.

von Nick Gehrmann

Lünen

, 21.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer besuchen sie uns beim Kuchen essen, und wenn es ihnen gefällt, bleiben sie auch bis in den Herbst hinein: Wespen stören jedes Jahr den Aufenthalt im Freien, vor allem dann, wenn Essen und Trinken in der Nähe sind.

Unmittelbare Gefahr geht von ihnen zwar nicht aus, denn Wespen stechen eigentlich nicht einfach zu - es sei denn, man provoziert sie. „Wildes Umherschlagen macht die Wespen noch aggressiver“, so Volker Brüning, Sprecher der Apothekerschaft im Nordkreis Unna.

Sollte man tatsächlich gestochen werden, muss man sich im Normalfall keine Sorgen machen. Es bleibt kein Stachel zurück, der entfernt werden muss, daher reicht es, die Stichwunde mit Eis zu kühlen, um die Schmerzen zu lindern und die Schwellung zu hemmen. „Auch antiallergische Gele oder Crèmes wirken abschwellend und sind geeignet, den Insektenstich selbst zu behandeln.“

Gefahr für Allergiker

Bei Personen, die gegen den Stich einer Wespe allergisch sind, verhält sich das jedoch anders. Die allergischen Reaktionen treten normalerweise

innerhalb von 5 bis 30 Minuten ein und bestehen meist aus geschwollenen Atemwegen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen.

„Dann sollte man so schnell wie möglich einen Notarzt rufen“, rät Brüning, denn so ein Stich kann im Ernstfall lebensgefährlich sein. Allergiker sollten daher ein Notfall-Set zuhause haben, das man sich vom Arzt verschreiben lassen kann.

Das Set trägt man im Freien am Besten immer bei sich, denn auch wenn es selten ist: „Manchmal stechen Wespen ohne erkennbaren Grund zu.“ Man sollte aber besser vorsorgen, denn „in den vergangenen Jahren gab es bei einigen Herstellern immer wieder Lieferschwierigkeiten“, erklärt Brüning.

Aufpassen beim Essen

Gerade beim Essen im Freien muss man aufpassen. Denn wenn man den Besuch einer Wespe auf seinem Kuchen ignoriert, kann es schlimme Folgen haben. Bei Stichen in die Lippen, den Mund oder gar den Rachen hilft Selbstmedikation nämlich auch nicht mehr - auch wenn man keine Allergien hat. „In solchen Fällen sollte sofort mit Eiswürfeln gekühlt und ein Arzt gerufen werden, ebenso wie bei einem Stich in Augennähe“, betont Brüning.

Wespennester fachgerecht entfernen

Wer ein Wespennest im Garten hat, im Rolladenkasten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon, sollte vorsichtig sein. Das Nest selbst zu entfernen kann ausgesprochen gefährlich werden. Denn die Wespen beschützen ihre Königin, und fühlen sie sich bedroht, greifen sie an.

Daher ist es am Besten, wenn man einen Imker ruft, der das Nest dann fachgerecht entfernen und die Wespen sicher an einen anderen Ort bringen kann.

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