Tod nach Messerstich: Lüner will sich nicht erinnern

Prozess am Landgericht

Ein wuchtiger Messerstich in die linke Brust setzte im August 2014 dem Leben eines 39-jährigen Dortmunders ein brutales Ende. Seit Donnerstag muss sich der mutmaßliche Täter aus Lünen wegen Totschlags vor dem Schwurgericht verantworten. Doch der 29-Jährige will sich an kaum etwas erinnern können.

LÜNEN/DORTMUND

05.02.2015, 14:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Foto zeigt den Angeklagten im Gerichtssaal.

Das Foto zeigt den Angeklagten im Gerichtssaal.

„Wir haben erst zusammen auf dem Nordmarkt getrunken, doch dann hat er sich schlecht über meine Ex-Freundin geäußert“, sagte der Angeklagte den Richtern. Danach setze seine Erinnerung schrittweise aus. Ein Gerangel, ja auch Schläge, die habe er noch im Gedächtnis. Dann aber werde es dunkel. 

Die Erinnerung komme erst wieder, als die Polizei auftaucht. „Den Polizisten habe ich dann ein Messer übergeben. Doch ich habe keine Ahnung, woher ich das habe. Ich sammle gar keine Messer und hab auch sonst keines dabei“, sagte der 29-Jährige.

Alkohol und Marihuana im Spiel

Den Richtern fiel es sichtlich schwer, dem Angeklagten den zwischenzeitlichen Gedächtnisverlust abzunehmen. Ausgerechnet die dramatischen Sekunden, in denen er angeblich seinen Kontrahenten verfolgte, ihn stellte und dann mit einem einzigen Messerstich tötete, sollen im Dunst aus Alkohol und Marihuana verloren gegangen sein.

Das Opfer hatte jedenfalls keine Chance, den Angriff zu überleben. Die Klinge hatte gleich zwei wichtige Blutgefäße durchtrennt. Der 39-Jährige verblutete. 

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