Tönnies-Mitarbeiter: Weitere Lüner angesteckt - ein Fall am Lippe-Berufskolleg

Coronavirus

In Zusammenhang mit der Corona-Infektion eines Lüner Tönnies-Mitarbeiters gibt es weitere Fälle in Lünen. Außerdem ist auch die Klasse einer Lüner Schule betroffen.

Lünen

, 22.06.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Schülerin des Lippe-Berufskollegs in Lünen hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.

Eine Schülerin des Lippe-Berufskollegs in Lünen hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. © Storks (Archiv)

Die Coronafälle bei Tönnies ziehen weitere Kreise in Lünen. Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass ein Lüner Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Betriebs in Rheda-Wiedenbrück positiv auf das Virus getestet wurde, steht nun fest: Auch seine Familie ist betroffen. Drei positive Testergebnisse aus dem Familienkreis des Mitarbeiters liegen bereits vor, sagte Uwe Hasche, Gesundheitsdezernet des Kreises Unna, am Montag in einer Telefonkonferenz.

Nicht die einzigen neuen Fälle, die Lünen betreffen. Uwe Hasche gab ebenfalls bekannt, dass eine Schule in Lünen betroffen ist: das Lippe-Berufskolleg. Hier sei eine Schülerin positiv getestet worden. Ihre Klasse, die nur aus neun Schülerinnen und Schülern besteht, und das Lehrpersonal werden am Dienstag getestet, kündigte der Kreis-Gesundheitsdezernent an. Für den Rest der Schule hat der Fall erst mal keine Konsequenzen, wie er auf Nachfrage sagte. Die Schule laufe noch nicht im Regelbetrieb, sondern in eingeschränkter Form. Deshalb könne ausgeschlossen werden, dass die Schülerin zu weiteren Klassen Kontakt hatte. Die betroffene Schülerin kommt nicht aus Lünen oder dem Kreis Unna, sondern aus dem angrenzenden Gebiet, so Hasche.

Sieben Neuinfektionen in Lünen

Insgesamt gibt es in Lünen am Montag sieben Menschen, die akut infiziert sind. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Zahl in den nächsten Tagen noch weiter steigt: Insgesamt stehen gerade 26 Mitarbeiter der Firma Tönnies, die im Kreis Unna leben, unter häuslicher Quarantäne. Zwei von ihnen wurden bereits positiv getestet – der Mitarbeiter aus Lünen und ein weiterer mit Wohnsitz in Bergkamen. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. Außerdem könnte sich die Zahl der Mitarbeiter aus dem Kreis Unna noch erhöhen – die Listen, die dem Gesundheitsamt bisher zur Verfügung gestellt wurden, lassen wohl zu wünschen übrig. Uwe Hasche: „Es war stellenweise Kraut und Rüben, was wir da aus Rheda-Wiedenbrück bekommen haben.“

Teilweise hätten sich auch Tönnies-Mitarbeiter aus dem Kreis beim Gesundheitsamt gemeldet, die auf keiner der Listen auftauchen. Die Lage sei gerade sehr „kompliziert“, sage Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises.

Bei dem betroffenen Tönnies-Mitarbeiter aus Lünen, so ergänzte es Uwe Rasche, sei es aber so, dass er nicht in „prekären Wohnverhältnissen“ lebe, also nicht in einer Sammelunterkunft. Alle Mitarbeiter aus dem Kreis Unna gehörten, so sagte er es, auch zum Stammpersonal von Tönnies und arbeiten nicht im fleischverarbeitenden Bereich des Unternehmens, sondern in anderen Bereichen.

„In allen Fällen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren“, teilt der Kreis Unna mit. „Entsprechende Tests für Kontaktpersonen werden angeordnet. Und weil die von der Firma Tönnies übermittelten Kontaktdaten teilweise nicht zur richtigen Person führen, werden Tönnies-Mitarbeiter aus dem Kreis, die wissen, dass sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder in einer betroffenen Einrichtung waren, gebeten, sich beim Gesundheitsamt zu melden“, heißt es weiter. Das geht unter Tel. (02303) 270.

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