Toilettenpapier ist wieder der Renner: Hamsterkäufe in Lünen und Selm

mlzVerbraucher

Es geht wieder los. Hamsterkäufe, vor allem bei Toilettenpapier, melden Händler in Lünen und Selm. Besonders gefragt ist das dreilagige. Auch mit Mehl und H-Milch decken sich die Kunden ein.

Lünen, Selm

, 20.10.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stark sei die Nachfrage von Toilettenpapier gestiegen. Tolga Özkurt, Marktleiter von Edeka Patzer in Lünen, spricht von einer „kuriosen Situation“. Auffällig sei auch das Hamstern von Mehl und H-Milch. „Noch haben wir keine leeren Regale und genug im Bestand.“ Doch während sonst einmal am Tag das Regal mit Toilettenpapier aufgefüllt wurde, muss das jetzt vier bis fünfmal geschehen. Tolga Özkurt hat sich darauf eingestellt und im Voraus mehr bestellt. „Irgendwie hatte ich im Gefühl, dass die zweite Welle kommt.“

Im Edeka von Martin Humpert in Selm ist die Situation ähnlich. Hier hamstern die Kunden aber nur Toilettenpapier. Konserven, Mehl und Hefe, wie im März, werde noch nicht übermäßig nachgefragt, sagt Martin Humpert. Seit Mittwoch (14.10.) sei Toilettenpapier „der Renner“. Die Kunden wollen vor allem dreilagiges.

Zwei Euro-Paletten geliefert

Am Donnerstag seien zwei Euro-Paletten mit Toilettenpapier geliefert worden. Auf einer Palette sind 126 Pakete. Die waren schon am Samstag weg und die zweite Palette sei auch schon halbleer (Stand 19.10.). „Die Leute kaufen gleich zwei bis drei Pakete“, beobachtet Humpert. Im März hätten sie allerdings oft fünf bis sieben Pakete mitgenommen. Auch Humpert hat vorgesorgt: „Hamstern muss nicht sein, es gibt immer wieder Nachschub.“.

Dass Kunden Vorräte anlegen, wird auch im Drogeriemarkt dm wahrgenommen. In der Lüner Innenstadt waren am Dienstag (20.10.) die Regale leer. Noch am Montag hatte dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer auf Anfrage dieser Redaktion zu Hamsterkäufen erklärt: „Wir bei dm sind gut auf die erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln sowie Seife, die wir derzeit beobachten, vorbereitet. So sind die Artikel weiterhin in unseren dm-Märkten verfügbar“. Weiter heißt es, dass in den Verteilzentren weitere Ware vorhanden sei, um entsprechend reagieren zu können.

Auf Nachfrage schnell reagieren

Eine erhöhte Nachfrage „im Bereich Papierwaren“ nehme auch Aldi vereinzelt wahr. Diese könne in den Filialen beim täglichen Bestellprozess berücksichtigt werden, erklärt dazu die Pressestelle von Aldi. „Die aktuellen Nachfrageentwicklungen beobachten wir basierend auf unseren Erfahrungen der letzten Monate sehr genau. Wir stehen im engen Austausch mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern, um auf diese Nachfragen schnell eingehen zu können.“ Im Falle von Einkäufen über haushaltsübliche Menge hinaus würden die Mitarbeiter die Kunden darauf hinweisen.

Verändertes Kundenverhalten

Auch Kaufland bestätigt ein verändertes Kundenverhalten: „Alle Filialen werden täglich beliefert, so dass die Warenversorgung sichergestellt ist. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen. Es sind ausreichend Lagerbestände vorhanden. Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da“, teilt die Pressestelle mit.

Erst am Wochenende hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) an die Verbraucher appelliert, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. „Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund“, sagte Klöckner der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe). „Die Lieferketten funktionieren – das gilt nach wie vor.“

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter knapp 6000 Menschen Mitte Oktober will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt