Tonne mit festgefrorenem Biomüll kann nicht geleert werden: Lüner ärgert sich über Satzung

mlzWBL

Nach der Leerung war die Biotonne noch zu Dreivierteln voll - mit gefrorenem Biomüll. Das ärgerte einen Lüner. Doch bei WBL erfuhr er: Er hätte selbst tätig werden müssen.

Lünen-Süd

, 07.12.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manfred Kolodziejski ist genervt. Um 7 Uhr kam die Müllabfuhr, sollte in der Spichernstraße in Lünen-Süd die Biotonnen abholen. „Als ich zwei Stunden später aus dem Haus und die Mülltonnen von der Straße holen wollte, waren die nur zu einem Viertel geleert“, so Kolodziejski.

Weil die Temperaturen nachts unter null Grad lagen, war der größte Teil des Mülltonnen-Inhalts an der Tonne festgefroren. „Wir sind zur Abfuhr mit einem Seitenlader unterwegs, mit nur einem Mitarbeiter, der das Fahrzeug fährt. Die Tonne wird automatisch hochgehoben und dann muss der Inhalt ins Fahrzeug fallen. Wenn er aber festgefroren ist, geht das natürlich nicht“, sagt Anke Vogt, bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL) für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Sie war auch am Telefon, als Kolodziejski empört bei WBL anrief. „Es sei nicht möglich, dass der Fahrer zurückkommt, weil er eine feste Tour habe, sagte mir Frau Vogt“, so der Lünen-Süder. Zudem bestehe kein Anspruch auf eine kostenlose Nachleerung.

Abfallsatzung schreibt vor, den gefrorenen Inhalt zu lösen

Anke Vogt wies ihn auch auf die Lüner Abfallsatzung hin. Darin steht - in Paragraph 12 - dass die Abfallbehälter gegen Festfrieren geschützt werden müssen. „Festgefrorene Abfallbehälter sind zumindest am Abfuhrtag rechtzeitig zu lösen.“ Passiert das nicht, werden solche oder Mülltonnen, deren Inhalt angefroren sind, nicht entleert.

Anke Vogt rät - auch im Gespräch mit unserer Redaktion - dass man an Abfuhrtagen im Winter morgens früh die Tonne und den Inhalt kontrollieren und im Zweifelsfall den festgefrorenen Müll vom Tonnenrand lösen soll.

Diesen Rat erhielt Kolodziejski auch telefonisch. „Aber älteren Leuten kann man das nicht zumuten. Warum kann man nicht einen Müllwagen mit drei Leuten schicken, die nachschauen, ob die Tonne wirklich leer ist?“ fragte der Lünen-Süder. Das, so die Antwort, sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.

Und selbst wenn mehr Personal unterwegs wäre, dürfen die Mitarbeiter der WBL gar nicht mit der Hand in die Abfalltonne greifen und den Abfall lösen. Immerhin leeren die Müllwerker Tag für Tag mehr als 6000 Mülltonnen, da bleibe auch keine Zeit.

Kolodziejski kritisiert die Abfallsatzung: „Diese Abfallsatzung haben Politiker beschlossen. Ich meine, dass die Politik für den Bürger da sein soll und nicht umgekehrt. Diese Satzung muss geändert werden.“

Noch ist sie aber in Kraft. Und Anke Vogt weist auch darauf hin, dass man auf der Internetseite der WBL Tipps für den richtigen Umgang mit der Biotonne im Winter gibt. Die finden sich auch im Abfallkalender.

Hier die Tipps der WBL:

  • Küchenabfälle sollte man in jedem Fall gut abtropfen lassen und dann in Zeitungspapier wickeln, damit sie nicht an der Tonne festfrieren.
  • Man sollte derzeit auch nicht unbedingt feuchtes Laub oder nasse Gartenabfälle in die Biotonne packen - auch das friert bei Temperaturen unter null Grad fest.
  • „Man kann in die Tonne Wellpappe an den Seiten und Eierkartons auf den Boden packen, das schützt auch vor Festfrieren, weil Pappe und Kartons viel Feuchtigkeit aus dem Biomüll aufnehmen“, so Anke Vogt.
  • Locker eingefüllte Abfälle frieren weniger leicht fest. Daher sollte man gerade im Winter die Abfälle nie in die Tonne hineindrücken.
  • Speziell für die Biotonne lohnt es sich, im Winter einen witterungsgeschützten Platz zu finden. Hier bieten sich Garage, Schuppen oder Hauswand an.
  • Nach der Leerung den Boden der Biotonne immer mit einigen Lagen Zeitungspapier oder einem Stück Karton bedecken. Alternativen hierzu können Papiersäcke sein, die die Tonne komplett auskleiden.
  • Sollte der Inhalt der Tonne dennoch einmal einfrieren, bleibt nichts anderes übrig als selbst zum Spaten zu greifen und die Abfälle aufzulockern.
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