Trianel nimmt neuen Anlauf für Genehmigung

Kraftwerk

Im zweiten Anlauf soll es klappen: Nach der Niederlage vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) will Trianel einen neuen Genehmigungsantrag für sein Lüner Steinkohlekraftwerk stellen. So hofft das Unternehmen, das fast fertiggestellte Kraftwerk Mitte 2013 in Betrieb nehmen zu können.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 08.03.2012, 12:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Links die beiden Kohlesilos, rechts das Kesselhaus mit den Trianel-Farben, dahinter der Kühlturm.

Links die beiden Kohlesilos, rechts das Kesselhaus mit den Trianel-Farben, dahinter der Kühlturm.

Nach derzeitiger Rechtslage dürfte es nicht ans Netz gehen. Denn das OVG hatte nach einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den entscheidenden immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid und die 1. Teilgenehmigung der Bezirksregierung Arnsberg aufgehoben.  Das Gericht hielt die sogenannte Irrelevanz der Umweltbelastungen aus dem Kraftwerksbetrieb für die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) in den Cappenberger Wäldern für nicht lückenlos nachgewiesen. Aus Sicht des Gerichtes müssen auch die Auswirkungen weiterer möglicher Kraftwerksvorhaben in der Region (Steag Herne, Eon Datteln) in ihrer Summationswirkung berücksichtigt werden.

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Die Trianel-Baustelle im März 2012

Im zweiten Anlauf soll es klappen: Nach der Niederlage vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) will Trianel einen neuen Genehmigungsantrag für sein Lüner Steinkohlekraftwerk stellen. So hofft das Unternehmen, das fast fertiggestellte Kraftwerk Mitte 2013 in Betrieb nehmen zu können. Nach derzeitiger Rechtslage dürfte es nicht ans Netz gehen.
07.03.2012
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Während der Kesseldruckprobe: Einen Druck von 497 bar mussten die Leitungen aushalten.© Foto: Trianel
Das Förderband für den Kohletransport.© Foto: Trianel
Einer der riesigen Kräne für die Kohleverladung.© Foto: Trianel
Aus den Kohlesilos wird die Kohle über eine Bandanlage ins Kesselhaus transportiert.© Trianel
Links die beiden Kohlesilos, rechts das Kesselhaus mit den Trianel-Farben, dahinter der Kühlturm.© Foto: Trianel
Das Kraftwerk aus einem weiteren Blickwinkel. Rechts ist das Remondis-Lippewerk zu sehen.© Foto: Trianel
Blick auf der Kraftwerksgelände in Richtung Lünen. Links das Steag-Kraftwerk.© Trianel
Blick auf das Kraftwerk bei Nacht.© Foto: Trianel
Straßenbauarbeiten auf dem Kraftwerksgelände.© Foto: Trianel
Schweißarbeiten im Zwischenerhitzer. Hier herrscht drangvolle Enge.© Foto: Trianel
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Trianel glaubt, die Lücken im Nachweis der FFH-Verträglichkeit schließen zu können – und hat sich von seinem bisherigen Hauptgutachter getrennt. An seiner Stelle bietet das Unternehmen nun 21 Einzelgutachter sowie einen koordinierenden Gutachter auf. Sie alle sollen die alten Gutachten und die FFH-Verträglichkeitsprüfung auf den aktuellen Stand bringen. Auf dieser Basis hofft Trianel eine neue Genehmigung von der Bezirksregierung Arnsberg erteilt zu bekommen, die dann auch gerichtlicher Überprüfung stand hält. Wird die Genehmigung erteilt, kann das für 1,4 Milliarden Euro gebaute 750-MW-Kraftwerk voraussichtlich ans Netz gehen.

Ein Ende des Rechtsstreits wäre damit aber nicht in Sicht. Denn auch eine erneute Genehmigung kann natürlich von Umweltschützern beklagt werden. Das OVG Münster müsste dann wieder verhandeln, während das Kraftwerk bereits Strom produziert. Bis endgültige Rechtssicherheit herrscht, werden wohl noch Jahre vergehen.

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