Trianel sieht sich als Gewinner eines Atomausstiegs

Kraftwerk

Als die Bundesregierung die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke beschlossen hatte, sah sich Trianel auf der Verliererseite. Jetzt wird im Angesicht der japanischen Katastrophe ein Atomausstieg immer wahrscheinlicher – und Trianel würde davon profitieren.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 16.04.2011, 11:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trianel sieht sich als Gewinner eines Atomausstiegs

Wenn denn der Kraftwerksbau am Ende juristisch Bestand hat. „Das zunehmend wahrscheinliche Ende der Kernenergienutzung in Deutschland verändert natürlich erneut auch den Erzeugungsmarkt. Hocheffiziente Kraftwerkskapazitäten wie das Trianel-Kraftwerk in Lünen werden nun umso dringender benötigt. Sonst werden die wegfallenden Kapazitäten aus Atomstrom jahrelang mit alten Kraftwerken ausgeglichen werden, die unnötig viel CO2 ausstoßen und eigentlich kurz vor der Stilllegung standen“, erklärt Unternehmenssprecher Elmar Thyen. Die Kapazitätsverknappung erhöhe natürlich auch die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks, so Thyen weiter. Obwohl auch Trianel selbst den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibe, bestehe weiterhin eine „fundamentale Notwendigkeit für konventionelle Kraftwerke, um die schwankenden Einspeisungen der erneuerbaren Energien aufzufangen.“

Für ein ursprünglich mit Beteiligung der Lüner und weiterer Stadtwerke geplantes Kraftwerksprojekt, nämlich den Bau des Steinkohle-Blocks Herne V durch die Steag, kommt jetzt der endgültige Abgesang. Die Beteiligungsgesellschaften, in der sich die kommunalen Partner zusammengeschlossen haben, werden aufgelöst, weil der Geschäftszweck nicht mehr besteht. Schon Anfang 2008 hatte die Steag erklärt, sie sehe angesichts der Preisexplosion beim Kraftwerksbau keine wirtschaftliche Basis mehr für Herne V, wolle sich aber die Option für den Bau weiter offen halten. Auch diese Option hat sich aber mittlerweile erledigt.

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