Trotz Corona: Netzwerk Frau hilft auch in diesem Jahr Bedürftigen

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Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Arbeit des Lüner Netzwerks Frau aus. In diesem Jahr sind bisher weder große Treffen noch Benefiz-Veranstaltungen möglich. Geholfen wird trotzdem.

Lünen

, 13.11.2020, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte in diesem Jahr wieder eine Benefiz-Veranstaltung auf dem Programm des Netzwerks Frau gestanden. Doch Corona machte dem Vorstand um die Vorsitzende Madeleine Zippro und dem ganzen aktiven Netzwerk einen Strich durch die Rechnung.

Große Veranstaltungen sind nicht möglich, selbst die regelmäßigen Netzwerk-Treffen im Brauhaus „Drei Linden“ von Gastwirt Frank Teschler konnten 2020 nicht stattfinden. Der Vorstand tauscht sich telefonisch oder per Videokonferenz aus.

Dabei kamen die Netzwerk-Frauen auf die Idee, wie sie doch eine Benefiz-Aktion auf die Beine stellen können - nach Corona-Regeln. Seit der Gründung 2004 hatten die Frauen beispielsweise den Ambulanten Kinderhospizdienst, den Förderverein Theater Lünen, die Vinckeschule oder die Gummi-Bänd finanziell unterstützt.

Schon vor zwei Jahren hatten die Frauen Kontakt zu Marianne Strauch geknüpft. Die frühere CDU-Ratsfrau ist seit Jahrzehnten bei der Caritas tätig - erste haupt-, seit vielen Jahren nun ehrenamtlich. Sie kennt Menschen, denen es finanziell nicht gut geht. Deshalb war sie die Ansprechpartnerin beim Thema „Altersarmut bei Frauen“, mit dem sich das Netzwerk vor zwei Jahren ausführlich beschäftigte. Der Erlös aus der Benefizveranstaltung ging an ältere, bedürftige Frauen.

Marianne Strauch ist wieder Ansprechpartnerin für das Netzwerk Frau. Sie sucht die Menschen aus Lünen aus, denen mit der Gutschein-Aktion eine Freude gemacht werden soll.

Marianne Strauch ist wieder Ansprechpartnerin für das Netzwerk Frau. Sie sucht die Menschen aus Lünen aus, denen mit der Gutschein-Aktion eine Freude gemacht werden soll. © Martina Niehaus (A)

„Jetzt stellen wir Marianne Strauch 1500 Euro zur Verfügung, die für eine neue Aktion gedacht sind“, sagt Madeleine Zippro. Von dem Geld, das die Netzwerk-Frauen gespendet haben, werden Gutscheine für ein Essen gekauft, das im „Brauhaus Drei Linden“ zubereitet wird. Die Gutschein-Empfänger können es entweder dort abholen oder den Lieferservice nutzen.

„Diesmal gehen die Gutscheine auch nicht nur an Frauen. Wir wollen Lünern helfen, die Not leiden, egal ob Mann oder Frau“, kündigt die Netzwerk-Vorsitzende an.

Brauhaus ist Treffpunkt des Netzwerks Frau

Dass sie mit der Aktion auch das Brauhaus ein wenig unterstützen, liegt daran, dass das Restaurant normalerweise der Treffpunkt des Netzwerks ist. „Aber dieses Jahr konnten wir noch kein einziges Mal dort tagen“, bedauert Madeleine Zippro.

Man wisse, dass die Gastronomen in der derzeitigen Lage wirtschaftlich sehr gebeutelt seien. Auch deshalb kamen die Netzwerk-Frauen auf die Idee, so ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Brauhaus-Chef Frank Teschler in seinem Restaurant. Derzeit kann er nur mit Abhol- und Lieferservice seine Gäste bedienen. Er sorgt für den kulinarischen Aspekt bei der Gutschein-Aktion.

Brauhaus-Chef Frank Teschler in seinem Restaurant. Derzeit kann er nur mit Abhol- und Lieferservice seine Gäste bedienen. Er sorgt für den kulinarischen Aspekt bei der Gutschein-Aktion. © Torsten Storks (A)

Immerhin konnte das jährliche Barbecue des Netzwerks im August im Freien und unter Einhaltung der Abstandregeln stattfinden. Ende November steht die nächste Vorstandssitzung an: „Das müssen wir sehen, wie wir das handhaben.“ Auch wenn dank der Technik die Kommunikation funktioniert - die Netzwerk-Frauen vermissen den persönlichen Kontakt schon, der das Gemeinschaftsgefühl einfach anders stärkt als jede Videokonferenz.

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