Über 1000 Jahre Geschichte

Gemeindefusion: St. Marien

LÜNEN So lege ich die Kirchengemeinden St. Marien, St. Gottfried, St. Ludger und St. Norbert zur neuen Kirchengemeinde St. Marien zusammen - Mit diesen Worten wurde am 1. Advent die Gemeindefusion vollzogen. Jede Teilgemeinde bringt eigene Traditionen und Erfahrungen bei diesem Zusammenschluss ein. Vorgestellt wird hier die St. Marien-Gemeinde Lünen.

30.11.2009, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die St. Marien-Kirche an der Lippe: Die heutige St.-Marien-Kirche wurde zwischen 1894 und 1896 als neugotische Basilika erbaut. Sie ist Marien-Wallfahrtskirche und wird von vielen Pilgern besucht. Der Turm der St.-Marien-Kirche zu Lünen gehört zu den 100 höchsten Kirchtürmen Deutschlands. In der Reihenfolge der Höhe steht er an 89. Stelle.

Die St. Marien-Kirche an der Lippe: Die heutige St.-Marien-Kirche wurde zwischen 1894 und 1896 als neugotische Basilika erbaut. Sie ist Marien-Wallfahrtskirche und wird von vielen Pilgern besucht. Der Turm der St.-Marien-Kirche zu Lünen gehört zu den 100 höchsten Kirchtürmen Deutschlands. In der Reihenfolge der Höhe steht er an 89. Stelle.

1254 stand die Gemeinde ohne Gotteshaus da. In den Kämpfen der Bischöfe von Münster und Paderborn mit dem Erzbischof von Köln wurde die Kirche zerstört. Während des Wiederaufbaus kam es zu einem in Deutschland einmaligen Vorgang: 14 Erzbischöfe und Bischöfe stellten 1292 für den Wiederaufbau der St. Marien-Kirche einen Ablassbrief aus. In dieser Zeit erhielt die Gemeinde auch einen Reliquienbehälter in Gestalt einer thronenden Madonna, das um 1260/70 entstandene Gnadenbild „Unserer Lieben Frau.“

Eine Zäsur im Gemeindeleben war 1336 bis 1341 die Verlegung Lünens von der Nord- auf die Südseite der Lipe. Ein Bauverbot in der Altstadt blieb bis auf wenige Ausnahmen über 500 Jahre gültig. Der Dreißigjährige Krieg wirkte sich auch in Lünen aus. 1632 musste die Gemeinde erleben, wie ihr Pfarrer während der Messe von Soldaten überfallen, entführt und misshandelt wurde. Von 1729 bis 1735 blieb das Gotteshaus gar geschlossen: Auseinandersetzungen zwischen dem Bischof von Münster und der kleve-märkischen Regierung waren die Ursache.

Im 19. Jahrhundert war Pfarrer Urban von Wieck (1832-1880) prägende Gestalt der Gemeinde. Er gründet u.a. das St. Marien-Hospital und setzte damit ein Zeichen, das bis in die heutige Zeit fortwirkt. Für die aufgrund von Industrialisierung und Zuwanderung stark steigende Zahl von Katholiken wurde das Gotteshaus allmählich zu klein. So erfolgte der Abriss der alten Kirche und 1895/96 der Bau der heutigen Kirche St. Marien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung erneut stark. So entstanden drei neue Pfarreien im Pfarrbezirk St. Marien – eben St. Gottfried, St. Ludger und St. Norbert.

Nun wachsen alle vier wieder zu einer Gemeinde zusammen. In der Festschrift zur Fusion heißt es: „Vieles ist eine Frage der inneren Einstellung. Wer damit rechnet, dass der Herr auch und nicht zuletzt uns heute leiten will, dem wird es nicht nur Angst machen, dass die Nordlüner Gemeinden mit der Fusion deutlich machen, dass sie auf der Suche sind, wie Christsein heute gestaltet sein will, damit Kirche nicht Selbstzweck, sondern den Menschen nahe ist.“

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