Unterschiede auch bei Süchten

Lünen "Wer meint, dass LSD abhängig macht?", fragt Streetworker Niels die Achtklässler.

20.09.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sofort schnellen vier Finger nach oben, nach einigem Zögern lassen zwei Jungen ihre Hand wieder sinken. Denn die etwas überraschende, aber richtige Antwort lautet: LSD macht nicht abhängig. Das haben sie von den Streetworkern gelernt. Dennoch gehört es zu den gefährlichsten Drogen.

"Risikokompetenz und Gesundheitsförderung" lauteten offiziell die Ziele der Streetworker vom Fachbereich Jugend der Stadt, die die Achtklässler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule anlässlich der Projektwoche zur Lebensplanung besuchten.

Konzept begreifen

Doch neben Fakten zu Drogen wollen Dierk Reinemann und Leif Kortländer den Schülern vor allem beibringen, das Konzept hinter hinter der Sucht zu begreifen.

Darum besuchten sie die achten Klassen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die sich im Rahmen ihrer Projektwoche zur Lebensplanung schon ein wenig mit dem Thema beschäftigt hatten.

Die Arbeit mit den Jugendlichen erfolgte in geschlechtsspezifisch unterteilten Gruppen, da es auch im Suchtverhalten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt.

"Von den Jungen verfallen etwa 60 bis 70 Prozent der Abhängigen stoffgebundenen Süchten, unter den Mädchen ist etwa der gleiche Anteil medikamentenabhängig oder magersüchtig", berichtet Niels. Darum wurden die Klassen aufgeteilt und jeweils von einem Team aus zwei männlichen oder zwei weiblichen Streetworkern betreut.

In dem dreistündigen Programm, das auch der Suchtprävention dienen soll, lernen die Jugendlichen vor allem etwas über die Entstehung und das Risiko von Süchten. Zu der Frage "Wie entsteht Sucht?" müssen die Gruppen bestimmte Verhaltensweisen den verschiedenen Stadien von Abhängigkeit zuordnen. So sollen sie zwischen Probieren über Gewohnheit und Genuss bis hin zu Missbrauch und Sucht unterscheiden lernen.

Doch auch die Selbstwarnehmung spielt eine große Rolle, auch wenn sich einige Kinder bei der Aufgabe, sich selbst positiv zu beschreiben, noch schwer tun.

Besser gefallen da die Entspannungsphasen, die einige der Jungs für ein kleines Nickerchen nutzen. Doch Entspannung und Kreativität sind gute Helfer gegen Sucht.

Janina Lackmann

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