Familienurlaub ist 2021 stark gefragt. Wir geben Tipps, worauf man bei der Buchung achten muss. © dpa
Urlaubsplanung

Urlaub in der Pandemie: Worauf Familien bei der Buchung achten sollten

Eine Lüner Familie erlebte bei der Urlaubsplanung 2020 eine Bruchlandung. Die Reiselust hat das nicht geschmälert - für 2021 ist sie besser vorbereitet. Auch die Verbraucherzentrale hat Tipps.

Es sollte der Mega-Urlaub für eine fünfköpfige Familie aus Lünen werden: Südafrika. Die Flüge waren bezahlt, die Vorfreude groß. Eine Reiserücktrittsversicherung hatte man nicht abgeschlossen – natürlich nicht, was um alles in der Welt sollte denn ausgerechnet diesen besonderen Urlaub verhindern?

Heute kennt nicht nur die Lüner Familie die Antwort. „Auf den Flügen sind wir sitzen geblieben“, sagt die Mutter, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. 4000 Euro hatten die Tickets auf die andere Seite der Welt gekostet.

Als Ersatz gab es zwar Gutscheine. „Die Fluggesellschaft ist jedoch mittlerweile bankrott. Das Geld sehen wir wohl nicht wieder.“ Eine Erfahrung, die zwar nachhaltig Eindruck hinterlassen, aber nicht die Lust auf Urlaub gedämpft hat. „Natürlich wollen wir dieses Jahr wieder in Urlaub fahren.“

Damit ist die Familie nicht allein. „Die Leute scharren quasi mit den Hufen“, sagt Tim Kachel vom Reisebüro Mohr am Willy-Brandt-Platz. „Wer letztes Jahr nicht reisen konnte, der will das natürlich jetzt endlich tun.“ Dabei rät er allerdings: „Wer zu Tagespreisen bucht, hat wenig Flexibilität.“ Gerade in Pandemie-Zeiten könne man lieber etwas mehr ausgeben und dafür auf der sicheren Seite sein.

Auf die Storno-Bedingungen achten

Wobei die „sichere Seite“ durchaus unterschiedlich aussehen kann. Im Jahr 2020 schauten viele Kunden in die Röhre, weil Reiserücktrittsversicherungen die Pandemie nicht abdeckten.

„Das ist teilweise immer noch so, aber es gibt da mittlerweile Bewegung“, weiß Jutta Gülzow von der Verbraucherzentrale in Lünen. Dennoch rät sie allen Reisewilligen, beim Abschluss solcher Versicherungen genau auf die Leistungen zu gucken.

Die Familie aus Lünen hat das getan. „Wir haben dieses Mal eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen – zum ersten Mal überhaupt“, sagt die Mutter. „Wenn wir wegen Corona nicht anreisen können, springt die Versicherung ein.“

Ziel ist im Sommer ein Campingplatz, mit dessen Betreiber alles ausgehandelt wurde. Eine Vorgehensweise, die auch Jutta Gülzow empfiehlt: „Wer nicht pauschal bucht, sollte sich mit den jeweiligen Airlines, Hotels oder eben Campingplätzen ins Benehmen setzen.“

Bei Pauschalreisen sei hingegen wichtig, auf die Storno-Bedingungen zu achten: „Je später man die Reise storniert, desto weniger Geld kriegt man zurück“, so die Verbraucherexpertin. Allerdings gebe es auch hier Reaktionen auf die Pandemie: „Viele Anbieter wünschen sich ja, dass die Kunden wieder buchen, und bieten deshalb flexible Tarife an.“

Wobei das nicht zwingend eine finanzielle Absicherung bedeutet: „Wenn ich ein Ziel nicht ansteuern kann oder möchte, weil sich die Corona-Lage dort verschärft hat, kann ich auf ein anderes Ziel umbuchen.“

Versicherung greift nur im Krankheitsfall

Es gibt allerdings auch Anbieter, die mittlerweile die Bedingungen gelockert haben. „Bei Tui ist es möglich, bis zu zwei Wochen vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen zu stornieren“, sagt Romina Schink vom Tui-Reisebüro an der Bäckerstraße.

Es gebe zudem die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung „Covid-Protect“ abzuschließen. „Die greift aber nur für den Fall, dass der Kunde tatsächlich an Covid-19 erkrankt“, warnt die Reiseexpertin, die ebenfalls eine steigende Nachfrage ausgemacht hat: „Wobei es für die Sommerferien noch schleppend läuft. Ostern ist gar nicht gefragt, der Herbst dafür umso mehr.“

Bei den Reisezielen sind die Kanaren nach wie vor der Renner, Griechenland ist in der Beliebtheitsskala gestiegen: „Dort gab es im Oktober 2020 noch sehr gutes Wetter. Entsprechend sind jetzt vor allem Rhodos und Kreta nachgefragt.“

Oder eben die Reise mit dem eigenen Pkw oder dem gemieteten Wohnmobil. Nicht nur die Familie aus Lünen hofft, dass es in diesem Jahr auch wirklich losgehen kann.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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