Die Lüner Kneipennacht, wie auf diesem Archivbild wird auch 2021 ausfallen müssen. © Goldstein (A)
Meinung

Veranstaltungs-Jo-Jo in Lünen: Der Staat lässt die Kleinen im Stich

Erst wird geplant, dann wieder abgesagt. Das Veranstaltungs-Jo-Jo auch in Lünen mag nervig sein, ist aber ein Symptom. Die Politik lässt eine ganze Branche hängen, findet unser Autor.

Wenn es um Coronaschutzmaßnahmen geht, sind Land und Bund schnell dabei. 3G lautet das neue Zauberwort für alles, was in diesen Zeiten stattfinden darf. Aus rein medizinischer Sicht mag das richtig sein, für viele Veranstalter ist es eine Katastrophe. Nach der Lünschen Mess, fällt auch die Kneipennacht 2021 zum zweiten Mal aus.

Wo zieht man moralisch die Grenze zum vertretbaren Rahmen? Was ist wirtschaftlich überhaupt noch darstellbar? Diese Fragen beantwortet der Gesetzgeber nicht. Die Konsequenzen sehen wir jetzt. Die Pläne für Veranstaltungen wirken wie Verzweiflungstaten, sind es wahrscheinlich auch.

Dass es mit der vierten Welle vor der Brust jetzt Absagen hagelt, ist nervig, aber logisch. Wirtschaftlich war die Pandemie ein Totalausfall. Mehr Geld in die Hand zu nehmen, nur um wieder eine Pleite zu kassieren, gleicht einem Selbstmordversuch. Die Verantwortung für ein „Superspreader-Event“ zu übernehmen, kommt noch viel weniger in Frage.

Stellen Veranstalter und Gastronomen keine wichtige Wirtschaftsmacht in Deutschland dar? Offensichtlich nicht. Für Großkonzerne wie VW und Lufthansa hat unser Staat Milliarden. Die vielen kleinen Betriebe werden in der Krise im Stich gelassen.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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