Die katholischen Pfarrer in Lünen haben eine klare Meinung dazu, ob Gottesdienste in ihren Kirchen Lünens (hier St. Marien) weiter gefeiert werden sollen. © Quiring-Lategahn
Katholische Kirche

Verschärfter Lockdown: So steht es um die katholischen Gottesdienste in Lünen

Kontakte meiden: Die Corona-Maßnahmen im Lockdown sind nochmals verschärft worden. Was bedeutet das jetzt für die Gottesdienste in Kirchen? Wir haben mit zwei katholischen Pfarrern gesprochen.

Während die evangelischen Kirchen in Lünen auf Gottesdienste verzichten, werden sie bei den Katholiken noch gefeiert. Allerdings mit Ordner in der Kirche, ohne

Gesang sowie mit Abstand und Mundschutz. Sie würden unter strengsten Hygieneregeln stattfinden, betont Dr. Thomas Roddey, Leiter des Pastoralen Verbundes Lünen im Erzbistum Paderborn. Von daher sieht er aktuell auch keinen Anlass, aufgrund der vom Bund verabschiedeten verschärften Corona-Maßnahmen auf Gottesdienste zu verzichten. „Ich halte das für verantwortbar“, erklärt er auf Anfrage der Redaktion.

Im Gegensatz zu einigen freikirchlichen Gemeinden, die sich nicht an Regeln hielten, habe man in den Kirchen die Maßnahmen seit November nochmal strenger gefasst. Die Leute hätten sich daran gewöhnt. „Es kommt zu keinen direkten Begegnungen. Alle verlassen einzeln die Kirche und werden aufgefordert, nicht noch auf dem Kirchplatz zu bleiben“, sagt Roddey. Für die Kommunion gehe der Priester schweigend, mit desinfizierten Händen und Maske durch die gelichteten Reihen.

„Wichtige Stütze in dieser Zeit“

Auf Gottesdienste ganz zu verzichten hält Roddey auch deshalb nicht für gut, weil hier Kirchgänger die Nähe Gottes erfahren könnten. Das sei eine wichtige Stütze in dieser Zeit. Sollten Gottesdienste vom Staat oder vom Erzbistum allerdings offiziell untersagt werden, könnten sie natürlich nicht mehr stattfinden. Wie sehr er auf Hygiene- und Abstandsregeln setze, zeige ein Beispiel: Weil die reduzierten Plätze belegt waren, habe er auch schon Leute nach Hause schicken müssen. Ebenso einige, die keine Maske tragen wollten. „Wir achten darauf, dass alles regelkonform läuft.“

Ab Montag (11.1.) startet die Innenrenovierung der Herz-Jesu-Kirche. Für fünf Monate wird der Gottesdienst in die St.-Joseph-Kirche verlagert. Samstags um 17 Uhr wird eine Vorabendmesse und sonntags um 11.30 Uhr eine Messe sein, damit sich die Besucher verteilen.

Nur mit Anmeldung zum Gottesdienst

Auch Michael Mombauer, Leitender Pfarrer der Großgemeinde St. Marien im Bistum Münster, hält an Gottesdiensten fest. Mit dem strengen Hygienekonzept und der vorherigen Anmeldung habe man über Weihnachten gute Erfahrungen gemacht. Auf der Internetseite https://www.st-marien-luenen.de/ können sich Interessierte für den Gottesdienst anmelden und über einen QR-Code auch genau sehen, ob noch Plätze in der Kirche frei sind. Das Hygienekonzept sei vom Bistum mit der Landesregierung abgesprochen und zwischenzeitlich verschärft worden. Ein Ordnungsdienst geleite die Kirchgänger zum Platz und achte auf das Desinfizieren der Hände. Wege seien genau ausgewiesen, es gebe keine Begegnung. 80 Besucher dürfen noch in die St.-Marien-Kirche.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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