Verseuchter Boden an Ex-Baustelle: Stadt wartet auf den Kreis, Kreis wartet auf die Stadt

mlzVerseuchter Boden

Der Boden an der Ex-Baustelle Brambauer Straße/Am Brambusch ist kontaminiert und muss entsorgt werden. Dazu wartet die Stadt auf ein Signal vom Kreis. Der Kreis wartet aber auf die Stadt.

Brambauer

, 04.07.2019, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach wochenlangem Stillstand ist die Baustelle Brambauer Straße/Am Brambusch seit dem 13. Juni wieder für den Verkehr frei gegeben. Der bei den Bauarbeiten entdeckte verseuchte Boden ist indes immer noch nicht entfernt worden. Und es sieht im Moment nicht danach aus, dass sich daran kurzfristig etwas ändern wird.

Grund hierfür ist nach Recherchen unserer Redaktion augenscheinlich ein Kommunikationsproblem zwischen der Stadt Lünen und der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises Unna. Aber der Reihe nach.

Später soll dort ein Kreisverkehr entstehen

Die Arbeiten an der 88.000 Euro teuren Baustelle, ursprünglich wollten die Stadtwerke hier einfach nur Kabel verlegen, später soll an der Stelle mal ein mit Fördergeldern finanzierter Kreisverkehr entstehen, mussten, wie von unserer Redaktion Ende Mai berichtet, aus zweierlei Gründen gestoppt werden:

Wegen eines Bombenverdachts und weil Gutachter nach Hinweisen von Bauarbeitern festgestellt hatten, dass der Boden mit Teer kontamiert ist.

Der Bombenverdacht konnte nach Informationen unserer Redaktion bereits Anfang Juni ausgeräumt werden:

Wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Dienstag (2.) sagte, handelt es sich nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Arnsberg vom 11. Juni höchstwahrscheinlich um Metallreste eines „Bodendetonierers“.

Das heißt, dass eine Fliegerbombe im Boden detoniert ist und damit nicht ihre volle Kraft entwickeln konnte. „Die metallischen Reste liegen an der Einschlagstelle im Boden. Dass es sich um einen intakten Blindgänger handelt, hat der Kampfmittelräumdienst ausgeschlossen“, sagte Spangardt weiter.

Wie gesagt, das ist seit dem 11. Juni Stand der Dinge, seit dem 13. Juni fließt dort der Verkehr wieder reibungslos. Die Sache mit dem verseuchten Boden ist allerdings noch nicht geregelt.

Wer ist zuständig: Stadt oder Kreis?

Wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Dienstag auf Anfrage sagte, könne man in dem Fall nicht eigenmächtig tätig werden. Das liege daran, dass in der Sache nun der Kreis Unna das Wort hat.

„Der Kreis entscheidet“, sagte Spangardt, „was mit dem kontaminierten Boden passieren muss. Auf diese Entscheidung wartet die Stadt nun. Wie lange das dauern wird, kann ich nicht sagen. Fragen dazu müssten Sie bitte an die Pressestelle des Kreises richten.“

Dort hieß es am Dienstag, dass die Stadt Lünen der Unteren Bodenschutzbehörde noch nicht mitgeteilt habe, was aus dem vermeintlichen Bombenfund geworden ist.

Solange dies nicht der Fall sei, sagte eine Kreis-Sprecherin, könne der Kreis mit der Stadt auch nicht besprechen, wie es mit dem kontaminierten Boden weiter geht: „Am Ende ist die Entsorgung des Bodens Sache der Stadt. Wir geben nur vor, wie das zu geschehen hat.“

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