Verseuchter Boden: Wald auf Victoria-Brache soll Landschaftspark weichen

mlzIGA 2027

Die Stadt Lünen hat die Rahmenplanung für die Internationale Gartenausstellung (IGA 2027) vorgestellt. Die Victoriabrache bildet dabei ein Herzstück und wird ihr Aussehen deutlich verändern.

Lünen

, 18.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Berger, Abteilungsleiter Stadtplanung, nannte im Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstag (16.6.), neue Details zum Landschaftspark, der bis 2027 auf der Victoria-Brache entstehen soll. Das Gelände wird demnach komplett neu modelliert, der Wald im nördlichen Bereich der Brache soll komplett verschwinden - weil dort der Boden mit Schadstoffen belastet ist.

„Die Alternative wäre, den Wald stehen zu lassen - und ihn dann einzuzäunen, weil ihn niemand betreten dürfte.“ Das wiederum würde aber dem Charakter eines Landschaftsparks, wie er für die IGA 2027 geplant ist, widersprechen: „Landschaftspark heißt eben nicht, dass dort ein Wald steht – sondern dass es Aufenthaltsflächen, Spielplätze und Sportanlagen gibt.“

Der Landschaftspark auf der Victoriabrache ist Teil des „Zukunftsgartens Bergkamen / Lünen“, der sich von der Marina Rünthe entlang des Kanals, vorbei an der dann fertigen Wasserstadt Aden bis zur Achse Victoria-Brache, Schlosspark und Horstmarer See erstreckt. Neben Sportangeboten soll der Garten Eventlocations und diverse Ausflugsziele bieten - unter anderem eben auch die Halde auf der Victoria-Brache, auf der den Machern ein Aussichtspunkt vorschwebt.

Ein neuer, 21 Kilometer langer Radweg soll die einzelnen Elemente des Zukunftsgartens miteinander verbinden. Nachdem die erste Förderstufe bereits genommen ist, haben beide Städte nun den Förderantrag für die zweite Stufe eingereicht: „Der Bescheid könnte im Oktober 2020 kommen“, hofft Lünens Technischer Beigeordneter Arnold Reeker. Der Bewilligungszeitraum liege zwischen 2021 und 2025, sodass genug Zeit für Planung und Umsetzung bleibe.

Laut Reeker soll der neue Radweg an angrenzende Stadtteile und den neuen Radschnellweg RS1 angebunden sein. „Die Fahrbahn ist vier Meter breit, weil wir davon ausgehen, dass der Fahrradverkehr weiter wächst.“ Für Lünen peile man eine Steigerung des Radverkehrsanteils von derzeit 12 auf dann 17,3 Prozent an. „Das bedeutet eine Minderung des CO2-Ausstoßes von 2192 Tonnen pro Jahr“, rechnet Reeker vor. Die Kosten für den Radweg betragen auf Lüner Seite rund 6,7 Millionen Euro, wird das Projekt wie geplant gefördert, verbleibt ein Eigenanteil von knapp 1,2 Millionen Euro, den die Stadt zu tragen hätte.

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Mit Blick auf die Victoria-Brache wies Reeker darauf hin, dass das Grubenwehrheim in der Rahmenplanung nicht enthalten ist. „Die Bodensanierung betrifft auch das Grundstück des Grubenwehrheims.“ Man wolle deshalb mit allen Beteiligten Gespräche führen und eine Perspektive des Standortes - zum Beispiel als Quartierstreff nahe der Victorasiedlung - aufzeigen.

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